Besuch beim Deutschen Bierfest in Durban

Nach unserem zehntägigen Roadtrip war für mich wieder Arbeitsalltag angesagt. Nachdem Weggang einiger unserer Mitarbeiter war es nicht nur bei uns im Office äußerst ruhig, sondern vor allem im Volunteers House, da unser Kanadier Tom ebenfalls für gute zwei Wochen in die Heimat flog. Das Haus war neben meinem Chef, der in einem separaten Anbau wohnt also fest in deutscher Hand.

Da durch den Auszug von Oli, Brian und Danielle einige Zimmer frei waren, zog ich in der vergangenen Woche von meiner kleinen Kammer in ein weitaus größeres Zimmer, in dem ich nun auch einen eigenen Schreibtisch habe. Sozusagen Luxus pur, den ich mir für meine letzten sechs Wochen in Durban natürlich noch gönnen werde.

An der Arbeit werden wir seit anderthalb Wochen auch von einer aus dem Township Lamontville stammenden Mitarbeiterin in Zulu unterrichtet. Obwohl ich eigentlich noch immer dabei bin mein Englisch zu verbessern, kommt nun auch noch Zulu dazu, was schon etwas tückisch ist. Vor allem die Aussprache einiger Wörter mit den ziemlich schwierigen Klack-/Zungenschnalz-Geräuschen ist wahnsinnig schwer zu lernen. Macht aber auf alle Fälle jede Menge Spaß.

Deutsch ging es dann am Wochenende zu, da ich mich nach einem schönen Surfnachmittag am North Beach mit Fabian und Thomas zum Deutschen Bierfest in Durban verabredete, das am Samstagabend stattfand und von der Deutschen Schule Durban organisiert wurde. Hier versammelten sich jede Menge Landsmänner, die sich in Durban niedergelassen hatten oder eben wie ich nur für eine gewisse Zeit in der zweitgrößten Stadt Südafrikas leben.

Obwohl der Eintrittspreis stolze 20 Euro kostete, ließen wir uns das Spektakel im extra aufgestelleten Bierzelt natürlich nicht entgehen, zumal es neben einem Freibier auch noch ein deftiges Essen zur Auswahl gab. Man konnte zwischen einem halben Hähnchen und Eisbein entscheiden. Zusätzlich dazu gab es Kartoffelsalat und Sauerkraut. Als Nachspeise wurde zudem Biehnenstich (mit h) angeboten. Unschlagbar waren jedoch die Dekorationen im gesamten Bierzelt, da zum einen das komplette Zelt mit Deutschland-Fahnen geschmückt war und quer über sämtliche Tische Brezel und Rettiche verteilt waren. Leider fehlte nur noch Ballermann-Musik von Mickie Krause und Wolfgang Petry.

Eine gelungene Veranstaltung, die fast schon ein bisschen Heimatgefühle aufgerufen hatte, allerdings bestand der große Unterschied zu deutschen Bierzeltparties darin, dass kaum einer stur auf seinem Platz sitzen blieb und ein Bier nach dem anderen trank. Die meisten südafrikanischen Deutschen schwingten ihr Tanzbein und fegten wie wild über die Tanzfläche. Zu später Stunden waren dann auch wir dort zu finden.

Positiv sind uns auch die vielen Jägermeister-Promotion-Girls aufgefallen, die aufgrund ihres Aussehens scheinbar viele verschiedene Castingrunden durchlaufen müssen, bis sie ihren Job bekommen. Tolle Sache und aufgrund der guten Werbung blieben wir auch nicht vom Kaltgetränk aus Wolfenbüttel verschont.

Roadtrip mit Besuch aus der Heimat – Teil 3

Den ersten Teil unseres letzten Tages auf der Garden Route verbrachten wir im Tsitsikamma Nationalpark, der eine insgesamt 82 Kilometer lange Küste zwischen Plettenberg Bay und Humansdorp unter Schutz stellt.

Wir begaben uns an die Anfänge dieses Küstenstreifens, wo wir eine knapp sieben Kilometer lange Wandertour machten, mit dem Ziel, einen hochgepriesenen Wasserfall anzuschauen. Dieser erschien uns bei der Ankunft allerdings doch nicht ganz so spektakulär wie angekündigt.

Dafür war der Weg dorthin aber ein einziges Abenteuer, denn anstatt eines Wanderpfades mussten wir von einem Riesenstein auf den anderen springen oder gar klettern. Einige Meter neben uns prallten zudem meterhohe Wellen an die Felsküste, was sehr beeindruckend war und wir dadurch einige sehr gute Schnappschüsse machen konnten.

Unser letzter Stopp auf der äußerst abwechslungsreichen Garden Route war der Ort Knysna, der laut unserem Reiseführer als sehr schwulenfreundlich gilt und bekannt für eine wunderschöne Bucht ist, die auch viele Buchcover oder Kalenderblätter über Südafrika ziert. Am höchsten Punkt des Ortes machten wir unsere Mittagspause und genossen dabei die herrliche Aussicht, die einerseits die Stadt inklusive Lagune zeigte und zur anderen Seite das gewaltige Ausmaß des Indischen Ozeans.

Die nächste Station unseres Roadtrips war schließlich für zwei Nächte die Straußenhochburg Oudtshoorn im Halbwüstenplateau der Little Karoo, die von mächtigen Bergen umgeben ist. Im großen Backpackers Paradise, scheinbar dem einzigen Hostel in der verschlafenen Stadt, lernten wir beim Billard spielen und am Lagerfeuer einige Reisende kennen, mit denen wir auch gleich das ein andere 0,66 Liter große Bier tranken und unsere bisherigen Südafrika-Erfahrungen austauschten.

Am Samstagmorgen ging es dann für uns drei Rhöner zur Cango Wildlife Ranch, einer Art überteuertem Zoo mit Tieren, die teilweise gar nicht in Südafrika leben. Ein wenig enttäuscht vom Wildpark standen als nächstes die Cango Caves auf dem Programm, wo wir uns in den Untergrund begeben wollten, um die 700 Meter lange Tropfsteinhöhle zu bewundern. Auf Grund des großen Touristenaufkommens nahmen wir an der geführten Tour aber gar nicht erst Teil und steuerten zielgerichtet auf den Swartberg-Pass zu.

Der Swartberg-Pass ist 1.600 Meter hoch und gilt als der spektakulärste Pass in Südafrika. Die circa 25 Kilometer lange Straße, die eigentlich eine steile Schotterstraße mit enormen Schlaglöchern ist, führt unter anderem an verschiedenen Protea- und Watsoniaarten vorbei. Vom Gipfel kann man über die kahle Great Karoo schauen und die tollen Straßen, die bei der Abfahrt vor einem liegen. Der Swartberg-Pass wird bei Backpackern oftmals ausgelassen, sollte meiner Meinung nach aber auf alle Fälle überquert werden. Wir waren enorm beeindruckt von den riesigen Felswänden.

Um am Sonntag frühzeitig in Kapstadt zu sein, machten wir uns bereits um acht Uhr auf den Weg in die knapp 450 Kilometer entfernte Metropole. Die Route 62, die einen Teil unseres Weges in Anspruch nahm, führte über verschiedene Bergpässe der Halbwüste Karoo und vorbei an Ronnie´s Sexshop, der mitten im Niemandsland lag und mit einer Deutschlandflagge geschmückt war.

In Kapstadt angekommen bot ich meinen beiden Mitreisenden erst einmal eine kostenlose Stadtrundfahrt mit unserem Tata (= Auto) an. Unter anderem fuhren wir an der noblen Waterfront, den Stränden Camps Bay und Clifton Beach und natürlich an der Kabelstation am Fuße des Tafelbergs vorbei. Nach einer kurzen Pause, in der wir den grandiosen Blick auf die Stadt genossen, beendeten wir unsere kurze Sightseeing-Tour und checkten im Penthouse-Hostel ein, in dem ich mich schon während meinem Klassentreffen am Kap niedergelassen hatte.

Dass unser Backpackers direkt auf der Partymeile der Long Street lag, war also kein Zufall und die Voraussetzungen für einen guten Abschluss unserer zehntägigen Tour waren somit gegeben. Nach einigen Kurzbesuchen in diversen Lokalen beendeten wir unseren Abend schließlich im „The Dubliners“, einer irischen Bar, bei der Livemusik vom Allerfeinsten angeboten wurde und fleißig mitgewippt und geschunkelt wurde. Ein perfekter letzter Abend in meiner Traumstadt Kapstadt.

Es gibt ein Sprichwort, das sagt „It´s not about the places you go, it´s about the people you meet”. Das bedeutet, dass es nicht unbedingt auf den Ort ankommt, an dem man sich aufhält, sondern viel mehr darauf mit wem man dort ist. Bei mir waren beide Komponenten gegeben, was heißen soll, dass der Roadtrip mit Matthias und Monique einfach absolute top war. Gerne wieder.

Vielen Dank hierbei an die beiden, die noch eine weitere Woche in Kapstadt verbringen werden, für zehn lustige und wahnsinnig unkomplizierte Tage im wohl abwechslungsreichsten Land unserer Erde.

Roadtrip mit Besuch aus der Heimat – Teil 2

Nach der zweiten Nacht in Jeffrey’s Bay wollten Matthias, Monique und ich morgens nochmal ins kühle Nass zum Surfen gehen. Da das Wetter allerdings zu wünschen übrig ließ, begaben wir uns direkt auf den Weg nach Plettenberg Bay, wo wir einen längeren Stopp auf der Bloukrans Bridge einlegten.

Die Bloukrans Bridge ist für den höchsten Bungee-Jump der Welt bekannt. Eigentlich hatte ich mir im Vorhinein ins Auge gefasst, den Sprung von 216 Meter in die tiefe Schlucht zu machen, allerdings rutschte mir beim Anblick der Brücke fast das Herz in die Hose. Ich resignierte und oute mich hiermit öffentlich als Angsthase. Meinen Respekt spreche ich für alle Wagemutigen aus, die sich mit dem Seil kopfüber von der Brücke stürzten.

In Plettenberg Bay angekommen, bezogen wir das bisher beste Backpackers unserer Tour, wo wir für den Rest des Tages unsere Beine hochlegten und Matthias und ich uns einen Riesenburger zum Abendessen zauberten, mit dem wir uns wirklich selbst übertroffen hatten.

Einiges aktiver ging es am Donnerstag zur Sache, wo wir uns bereits um sieben Uhr bei einem wunderschönen Sonnenaufgang auf den Weg machten, den Inselausläufer der Bucht um Plettenberg Bay mit dem Namen Robberg zu erkunden. Die Halbinsel ist bekannt für ihre rauhe Klippen- und Felsküste und ist zudem eine Art natürliche Schutzzone für Tiere, die sich hier erholen, bevor sie ins offene Meer hinaus schwimmen.

Wir versprachen uns also einiges von der Insel, allerdings hatten wir die ersten Stunden mit dichtem Nebel zu kämpfen, der uns die Wanderung auf den teilweise sehr gefährlichen Pfaden doch ziemlich erschwerte. Erste Anzeichen der Schönheit von Robberg ließen sich trotz schlechter Sicht dennoch erkennen.

Gegen Mittag brach endlich die Sonne durch die Wolken und wir bekamen eine paradiesische Insel mit steilen Felsküsten, rauher See und wunderschönen Sandbuchten zu Gesicht, die mich und Matthias stark an die Traumstrände von Thailand erinnerten. Der Unterschied bestand jedoch darin, dass es hier meterhohe Wellen, viele Robben und auch einige Wale zu bestaunen gab.

Alles in allem verbrachten wir den gesamten Tag auf Robberg, wanderten und kletterten den Rundweg entlang und genossen Natur pur auf einer Insel, deren paradiesische Ausmaße nur schwer in Worte zu fassen sind.

Roadtrip mit Besuch aus der Heimat – Teil 1

Seit Freitag ziehe ich nun also mit Matthias und Monique, meinem Besuch aus der Heimat auf den ich mich sehr freute, durch die Gegend. Zwar hatten beide auf Grund meines doch sehr engen Terminplans leider nicht die Möglichkeit Durban näher zu bekunden, aber immerhin schafften wir es am Tag vor unserer Abreise gen Süden noch bei einem Inder vorbeizuschauen. Dort war es schließlich ein Muss für die beiden die Spezialität der Stadt, nämlich Bunny Chow zu probieren.

Am Samstagmorgen ging es dann ziemlich früh mit dem gemieteten Tata (= Auto) ins mehr als 800 Kilometer entfernte Grahamstown. Auf dem Weg dorthin sahen wir eine traumhaft schöne bergige Landschaft, welche die 14 stündige Fahrt enorm verkürzten. Zwischendurch wurde unter anderem ein Stopp am Strand von Shelly Beach gemacht sowie an weiteren besonders beeindruckenden Plätzen, um einige Fotos zu machen oder sich einfach nur die Beine zu vertreten.

Der Sonntag war dann unser Familientag, was bedeutet, dass wir drei den Addo Elephant Park begutachteten. Im riesigen Park fuhren wir ungefähr fünf Stunden durch die Gegend, wo wir neben Elefanten, die desöfteren unsere Straße kreuzten, auch Tiere wie Kudus, Zebras, Schakale und Warzenschweine fanden. Wirklich ein tolles Erlebnis, auch wenn der Park von der Größe und Vielfalt nicht ganz an den Kruger Nationalpark im Norden des Landes rankommt.

Nach unserem Familienausflug waren wir einige Zeit auf der Suche nach unserem im Vorhinein gebuchten Backpackers. Knapp zwei Stunden fuhren wir mehr als 40 Kilometer in der Dunkelheit auf Waldwegen, die allerdings um einiges schlechter als die in Deutschland sind, entlang und suchten vergeblich nach unserem Hostel. Irgendwann hörte unsere Straße auf und wir standen vor einem Gatter eines komplett unbekannten Nationalparks. Glücklicherweise war dort ein Angestellter, der uns auf Afrikaans den Weg zurück in die Zivilisation beschrieb. Im Gegenzug gaben wir ihm auch eine von ihm geforderte Flasche Wasser.

Das Organge Elephant Backpackers, dass wir dann irgendwann fanden, war nicht wirklich prickelnd, weshalb wir erst einmal beschlossen uns ein paar Bier zu kaufen. In einem sehr feinen Lokal wurden wir dann auch fündig. Völlig versifft lotste uns ein Mitarbeiter an die Bar, wo wir einige Flaschen zum Mitnehmen kauften. Die Gäste, die pickfein gekleidet waren, schauten uns etwas seltsam an als wir die Flaschen quer durch das Lokal transportierten, aber das war uns erstmal egal, auch wenn wir uns ziemlich geschämt haben. Ein verpeilter Abend über den wir uns im Nachhinein noch lange kaputt lachen werden.

Am Montag ging es dann für uns auf befestigten Straßen mit Wegbeschreibungen zu einem Zwischenstopp nach Port Elizabeth, wo wir uns neben der Strandpromenade auch noch die künstliche Partymeile mit einer Art Vergnügungspark und mehreren Restaurants anschauten. Diesmal konnte ich mich als Reiseführer auszeichnen, da ich die Stadt noch vom damaligen Deutschlandspiel bei der Weltmeisterschaft kannte.

Nach dem Sonnentanken wurde weiterhin unser nächstes Ziel Jeffrey’s Bay angestrebt. Dies wurde allerdings erneut später gefunden als geplant, da wir uns glücklicherweise verfuhren und im Nirgendwo endeten. Zum Glück, da wir im wohl eher unbekannten Gamtoos River Coastal Reserve landeten. Hier gab es eine atemberaubende riesige Dünenlandschaft zu bestaunen. Für mich persönlich der bisher schönste Platz während meines gesamten Südafrika-Trips. Unendliche Sandmassen wie in einer endlosen Wüste, die irgendwann im Meer endeten. Ein absoluter Traum!

Jeffrey’s Bay wurde dann aber doch irgendwann erreicht und nach dem Einchecken in unserem Hostel machten wir uns auch gleich auf den Weg zum Strand. Dort konnten wir unseren Augen nicht trauen, denn circa 400 Meer entfernt tauchte immer wieder eine riesige Schwanzflosse eines Wales auf und ab – ein Naturschauspiel, das man nur selten vom Strand aus zu Gesicht bekommt. Die Surferstadt hatte also nicht nur die anscheinend perfekteste Welle der Welt zu bieten, sondern noch einiges mehr.

Nachdem Matthias und ich am Vorabend noch einen Kilogramm Riesengarnelen zum Spottpreis verdrückt hatten, ging es an Tag zwei in J-Bay natürlich auf die Surfboards. Schließlich wollten wir selbst testen, warum die Stadt zu einem der besten Surfspots weltweit zählt. Ausgestattet mit neuem Surfoutfit, das wir uns zu billigen Preisen im Billabong Outlet zulegten, machten wir uns also auf den Weg zum Strand. Mit dabei natürlich Monique, die sich das erste Mal auf das Brett wagte und wirklich Talent zu scheinen hat.

Diesmal gab es zwar keine Walflosse zu bewundern, allerdings tummelten sich im Hintergrund ungefähr zehn Delphine, deren Flossen man auf- und abtauchen sah. Irgendwie ist hier alles wie im Film. Eine Stadt, die uns mit großer Sicherheit immer in positiver Erinnerung bleiben wird. Zum Abschluss geht es deswegen morgen früh noch einmal zum Surfen, bevor wir uns auf den Weg in den Tsitsikamma Nationalpark entlang der Garden Route machen werden.

Beste Grüße aus Jeffrey’s Bay,
Daniel, Monique und Matthias.

P.S.: Bilder kommen im Nachhinein und wenn Ihr lesen wollt, was Matthias und Monique noch so treiben, dann klickt auf Mattson und Monique on Tour.

Drakensberge: Mit den Mitarbeitern im Kurzurlaub

Mit dem gesamten WhizzKids-Team ging es am Dienstag zum Teambuilding in die Nähe von Estcourt in die Drakensberge, einer wunderschönen Berglandschaft in der Provinz KwaZulu-Natal. Mit drei bepackten Autos machten wir uns also auf den Weg zur 250 Kilometer entfernten White Mountain Lodge, wo wir uns insgesamt zwei Nächte aufhielten.

Bei bestem Wetter an Tag eins unseres Trips ging es nachmittags an eine Schlucht, die wir á la James Bond und mit Hilfe eines Seils überquerten, was sehr spannend war. Das Ganze nannte sich Fuffy Slide. Glücklicherweise kamen auch alle heil an der anderen Seite an, sodass wir anschließend alle zusammen auf dem Gelände unseres Feriendorfes am See relaxen konnten.

Der Abend wurde in der Bar der Anlage verbracht, die einer Skihütte ähnelte und mit einem Kachelofen dazu einlud gemütlich das ein oder andere Kaltgetränk zu sich zu nehmen. Obwohl es tagsüber in den Drakensbergen ungefähr 25 Grad hat, kühlt es abends doch sehr stark ab, sodass wir sehr dankbar für den wärmenden Ofen waren, der zudem noch für eine sehr schöne Atmosphäre sorgte.

Am nächsten Tag stand dann eine größere Wandertour auf dem Programm, bei der wir auf die Spitze eines 2.000 Meter Berges wanderten. Das gute Wetter und die atemberaubende Landschaft entschädigten uns für einen durchaus anstrengenden Aufstieg. Vom Gipfel aus konnte man auch immer wieder größere schwarze Flächen entdecken, welche durch beabsichtigte Brände entstanden, um den Boden wieder fruchtbarer zu machen.

Nach einer längeren Pause in über 2.000 Meter ging es die ersten Meter nicht wieder zu Fuß bergab, sondern per Abseiling an einer 45 Meter hohen Felswand. Abseiling bedeutet, dass man sich wie die Kletterer entweder durch Sprünge oder einzelne Schritte an der Wand herunter lässt. Da ich dies bereits einige Male zuvor gemacht hatte, war es also nichts Neues für mich. Allerdings war dieses Mal sicherlich das schönste Abseiling, da die Umgebung einfach nahezu unschlagbar scheint.

Den Rest unseres Abstieges mussten wir anschließend wieder zu Fuß antreten. Ab und an gab es auch einige Passagen, die nicht allzu leicht zu absolvieren waren und einige Fähigkeiten im Klettern voraussetzten. An einer zwei Meter hohen Felswand rutschte schließlich mein Mitbewohner Tom aus, überschlug sich mehrmals und landete ungefähr zehn Meter weiter unten am Hang. Ich hatte die beste Perspektive auf den Sturz und kann im Nachhinein nur sagen, dass unser Zulu sprechende Kanadier mit einem Armbruch noch sehr glimpflich davon gekommen ist.

In unserer Anlage angekommen stand nach einem deftigen Mittagessen ein Hindernisparkour auf dem Programm, der mit dem gesamten Team zu bewältigen war und somit die WhizzKids-Angestellten noch mehr aneinander schweißen sollte. Dies gelang auch ganz gut, obwohl die meisten Mitarbeiter nicht ohne Schürfwunden davon kamen. Bezüglich der Sicherheit der Hindernisse will ich mich nicht wirklich weiter äußern. Grob kann man sagen, dass die Sicherheitsbestimmungen ähnlich sind wie die in Thailand.

Irgendwie kamen Oli, Michelle und ich auf die Idee nach dem Obstacle-Kurs noch ins unseren kühlen See zu springen, der aber leider nicht kühl war, sondern schweinekalt. Die Dusche danach war aber dafür umso entspannter und ein Glas Whiskey, den ich vor ein paar Wochen von einer Catering-Frau aus Umlazi geschenkt bekommen hatte, sorgte dafür, dass der Körper auch von Innen wieder gewärmt wurde, bevor es zum Abendessen ging.

Den restlichen Abend verbrachten wir wieder alle gemeinsam in der Bar, was unglaublich lustig war und ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal soviel gelacht habe. Leidtragender des Abends war allerdings unser 17-jähriger Praktikant Arthur, der nicht nur seine ersten Erfahrungen mit Zigaretten machte, sondern auch etwas zu tief ins Glas blickte. Da ich sein Zimmernachbar war, verbrachte ich auch einige Zeit mit ihm in unserem Bad, wo mein Chef weiterhin versuchte, dem jungen Engländer Whiskey in sein Wasserglas zu mischen.

Alles in allem waren die drei Tage, die wir in den Drakensbergen unterwegs waren einfach unglaublich und ich kann nur sagen, dass das Team um WhizzKids United einfach nur absolute Spitze ist. Wenn Lachen wirklich schön macht, dann bin ich mir sicher, dass die gesamten Mitarbeiter von Africaid im kommenden Monat in der Zeitschrift Cosmopolitan zu sehen sind. Zudem habe ich mal wieder festgestellt, warum ich immer nach Südafrika wollte: Es ist einfach traumhaft schön!!!

Der Freitag war dann der Abreise- und Ankunftstag bei uns im Volunteers House. Neben dem Hawaiianer Brian, den ich um 5.45 Uhr zum Flughafen fahren durfte, musste ich mich auch von meiner Mitbewohnerin Danielle und Oli verabschieden, was wirklich sehr traurig war auch dazu führte, dass mir die Tränen in den Augen standen. Aber ich bin mir sicher, dass ich mit allen drei in Kontakt bleiben werd. Und die drei entweder in New York, London oder Hawaii zu besuchen, wäre ja auch mal eine Alternative.

Auf der anderen Seite erwartete ich den Besuch meines guten Freundes Matthias und Monique aus der Heimat. Mit beiden werde ich in den nächsten zehn Tagen Südafrika unsicher machen, worauf ich mich schon sehr freue. Wenn ich also nicht auf meine E-Mails antworte, dann seid mir nicht böse, schließlich habe ich Urlaub und der muss in einem der schönsten Länder dieser Welt auch ausgiebig genossen werden.

Gruß, Daniel.

Abendprogramm in Durban läuft und sonst passt auch alles

Der Arbeitsalltag in Durban hat mich wieder und die ersten Planungen für meinen Trip mit den Besuchern aus der Heimat, Matthias und Monique, sind bereits abgeschlossen. Am kommenden Freitag darf ich die beiden dann in meiner Teilzeit-Heimat Durban begrüßen, von wo aus wir in Richtung Süden aufbrechen werden, um die Garden Route unsicher zu machen.

Arbeitstechnisch hatten wir in der vergangenen Woche mal wieder zwei unserer World Cup Turniere in Umlazi, bei denen insgesamt bis zu 400 Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren teilnahmen. Das Organisieren und Vollziehen der Turniere sind noch immer meine Lieblingsaufgaben, da man in den Townships einfach sehr viel von der Kultur Südafrikas mitbekommt und es schön anzusehen ist, wie viel Spaß die Kinder beim Fußballspielen haben. Außerdem ist es auch mal eine schöne Abwechslung zur Büroarbeit, die Zeit im Freien zu verbringen.

Unter der Woche hatte mein Mitbewohner Stefan Geburtstag. Für uns hieß es deshalb wieder auszugehen, uns mit Pizza vollzustopfen und nicht ganz jugendfreie Witze zu erzählen oder sonstigen unterhaltsamen Schwachsinn zu verzapfen. Einfach immer wieder schön.

Einen Tag später traf ich mich dann nochmal mit Fabian, seiner Freundin Gabrielle und Steffen, der seinen letzten Tag in Südafrika verbrachte, da ein Tag später sein Rückflug nach Deutschland angesagt war. Es ging also meinen zweiten Tag in Folge zum Essen und nach Huhn, Reis, Riesengarnelen, Eiscreme und einem Stück Kuchen traten durchaus die ersten Sättigungsgefühle auf.

Einerseits war es schon sehr komisch, als ich mich von meinem Studienkollegen Steffen verabschiedete, da man nach drei Monaten zugegeben auch mal gerne wieder ein oder zwei Tage zu Hause verbringen würde, nur um sich zu vergewissern, was denn jeder so treibt. Auf der anderen Seite bin ich aber heilfroh noch 2,5 Monate in Südafrika verbringen zu dürfen und hoffentlich noch viele lustige und aufregende Sachen mitzuerleben.

Besonders lustig war es gestern, als die kompletten Bewohner der 313 Clark Road nach einem einzigartigen Essen nochmal um die Häuser zogen. Auf Grund des baldigen Auszugs drei meiner Mitbewohner möchte ich aber nichts weiteren Abendprogramm in Durban erläutern, da ihr Euch die Frage sicher selbst beantworten könnt, ob der Abend ausartete oder nicht.

Am Dienstag geht es schließlich zum Teambuilding mit sämtlichen WhizzKids-Mitarbeitern in die Drakensberge, circa 250 Kilometer von Durban entfernt, wo wir für drei Tage sicherlich jede Menge Spaß haben werden. Bericht und Fotos folgen dann nächste Woche.

Gruß in die Heimat, Daniel.

Der Alltag in Südafrika hat uns wieder

Nach der Weltmeisterschaft hat uns der Alltag in Südafrika längst wieder erreicht. Keine Fahnenverkäufer mehr auf den Straßenkreuzungen, die Vuvuzela-Klänge sind erloschen und das Abendprogramm besteht wieder hauptsächlich aus fußballfreiem Fernsehen. Die Zeit der Veränderungen also, zumal uns in den nächsten beiden Wochen unter anderem auch unser Engländer Oli, die Amerikanerin Danielle und der auf Hawaii lebende Brian verlassen werden, um entweder nach Hause zu gehen oder um das nächste Ziel anzusteuern.

Auch die Büroarbeit bei WhizzKids United hat mich wieder voll und ganz gefangen genommen. Vergangenen Montag fuhr ich zusammen mit Oli zu einer Universität in Durban, wo wir vor 40 Design-Studenten unser Programm, also das von WhizzKids vorstellten, um in Zukunft zusammen mit den wissbegierigen Studenten zu kooperieren. Für mich war also meine erste Präsentation in Englisch angesagt, was mich durchaus nervös machte. Obwohl mein Englisch noch lange nicht perfekt ist war ich im Nachhinein doch sehr zufrieden damit. Seltsam war nur der Rollentausch, da ich nicht wie gewohnt als Student, sondern diesmal als Auftraggeber fungierte.

Rund um das Praktikum läuft sonst auch alles sehr gut und ab August werde ich mehr und mehr eigene Projekte in die Hand nehmen, was mich sehr freut, da mein Mitbewohner Oli, wie bereits erwähnt, nach 18 Monaten wieder zurück nach England geht. Bisher hatte ich die meiste Zeit mit ihm zusammen gearbeitet und ihn bei seinen Aufgaben unterstützt.

Wirklich lange geht mein Praktikum auch nicht mehr, wenn man bedenkt, dass ich ab August erstmal anderthalb Wochen Urlaub habe und danach nur noch bis Ende September in unserem Office arbeite. Die Zeit geht hier unheimlich schnell vorbei. Zum Ende des Monats geht es aber erst nochmal mit den kompletten „alten“ Mitarbeitern für drei Tage in die Drakensberge zur Erholung, worauf ich mich schon sehr freue, da die Gegend wunderschön sein muss und wir einige Aktivitäten, wie zum Beispiel Abseiling, in Angriff nehmen werden.

Am Donnerstag war ich dann mal wieder mit meinem Chef, meiner Mitbewohnerin und dem Hawaiianer Brian im Villains, unserer Standardkneipe in Durban, wo wir ein paar Runden Billard spielten. Bevor es aber ausartete und in den nächsten Club ging, schaffte ich zum Glück den Absprung, sodass ich im Gegensatz zu Brian am Freitag auch brav an der Arbeit erscheinen konnte. Dort haben wir dann auch mal wieder unser Pausenspiel „Crossbar Challenge“ gespielt. Bei dem Spiel geht es darum von 20 Metern Entfernung bei einer bestimmten Anzahl so oft wie möglich die Torlatte zu treffen. Der Verlierer muss sich anschließend ins Tor stellen, bücken und bekommt vom Rest mit dem Fußball auf den Arsch geschossen. Immer wieder ein lustiges Spiel, vor allem wenn es am Ende mehr als einen Verlierer gibt.

Am Wochenende war mal wieder Entspannen angesagt. Der komplette Samstag wurde trotz besten Wetters mit Fernsehen verbracht. Auch abends war irgendwie niemand bereit was zu unternehmen, sodass wir uns dazu entschieden, einen weiteren Film anzuschauen, was aber alles in allem mal wirklich sehr relaxed war.

Wie die vergangenen beiden Sonntage hieß es auch diesmal wieder: Auf zur Shopping-Mall! Diesmal stand allerdings nicht die Einkaufstour im Gateway im Vordergrund, sondern Go-Kart-Fahren. Insgesamt waren wir zu siebt, allerdings wagten sich nur sechs Leute auf die Rennstrecke, da meine Mitbewohnerin vor zwei Tagen auf derselben Strecke frontal in den Reifenstapel gerast war, sich etwas verletzte und deshalb keine allzu große Lust verspürte, sich erneut in ein Kart zu setzen. Irgendwie verständlich.

Nachdem jeder seine 20 Runden gefahren war und alles gegeben hatte, klapperten wir noch das ein oder andere Geschäft ab. Natürlich durfte auch ein Besuch im Toys’R‘Us nicht fehlen, bei dem wir sämtliche Spielzeuge ausprobierten und uns endlich mal wieder wie kleine Kinder aufführen konnten.

Ganz nebenbei sei noch erwähnt, dass heute Nelson Mandela Day war. Der große Held Südafrikas feierte also seinen 92. Geburtstag. Jeder Bewohner des Landes sollte 67 Minuten seiner Zeit opfern, um an die 67 Jahre zu erinnern, die Mandela in die Politik gesteckt hat, welche letztendlich die komplette Geschichte Südafrikas zum Positiven gewendet hat.