Klassentreffen in Kapstadt – Teil 1

Mein erstes verlängertes Wochenende und somit auch mein erster Trip innerhalb Südafrikas führten mich in eine der schönsten Metropolen der Welt – Kapstadt. Fast wäre mein Ausflug und das Treffen mit meinen Studienkollegen aus Salzgitter jedoch gescheitert, da Fabian, seine Freundin Gabi und ich etwas zu spät am eine Woche alten King Shaka Flughafen ankamen.

Eigentlich hätten wir vierzig Minuten vor dem Abflug spätestens beim Check-In sein müssen, schafften dies aus diversen Gründen jedoch nicht und kamen erst 35 Minuten vor dem Abflug am Schalter an. Mit wahnsinnig viel Glück durften wir aber dennoch einchecken und uns auf den Weg Richtung Süden machen. Gabi, deren Flug nach Johannesburg fünf Minuten vor unserem ging, durfte nicht mehr in den Flieger einsteigen und musste sich noch einige Stunden am Airport vergnügen.

In Kapstadt angekommen wartete auch schon unser Studienkollege Mutzi mit einem Foto von Fabian und mir inklusive der Aufschrift „Wanted!“, bevor wir wenig später auch Nico und Judith trafen, die uns in die Innenstadt zu unserem Hostel in der Long Street chauffierten. Ein paar Stunden darauf trafen wir uns dann auch noch mit Steffen, sodass die Gruppe des „Klassentreffen in Kapstadt“ komplett war. Natürlich wurde das Wiedersehen ordentlich in einer chilligen Bar namens Cubana gefeiert.

Richtig lustig wurde es dann nochmal als Fabian, Mutzi und ich uns auf dem Weg in unser Hostel namens Penthouse machten, da wir mitten auf der Straße mit einer etwas skurrilen Italienerin in Kontakt kamen. Als sie die Fensterscheibe runter kurbelte und mit uns auf offener Straße ein bisschen Small Talk begann, fragten wir sie, ob sie uns nach Hause fahren könnte, was sie dankenderweise auch machte, obwohl unser Hostel keine 100 Meter entfernt lag. Die Fahrt und vor allem die Gespräche, auf die ich hier nicht näher eingehen will, waren so lustig, dass wir unserer Fahrerin immer erst sagten, wo unser Hostel ist, wenn wir bereits vorbeigefahren waren. In einer Einbahnstraße, wo unsere Absteige war, war es schließlich äußerst schwer umzudrehen, sodass wir die Fahrt auf sage und schreibe 45 Minuten hinaus zögern konnten.

Am nächsten Tag stand unsere große Wanderung bevor, denn die sechs Ex-Salzgitteraner wollten wie alle Touristen auf den wunderschönen Tafelberg. Allerdings nicht wie die meisten gemütlich mit der Bahn, sondern zu Fuß. Die 1.000 Höhenmeter bewältigten wir innerhalb von knapp drei Stunden und waren am Ende fix und fertig. Die Aussicht vom Wahrzeichen Kapstadts auf den Atlantik und die Stadt selbst waren aber jede noch so kleine Anstrengung wert und ich habe selten so einen schönen Anblick genossen. Natürlich hatten wir auch riesiges Glück mit dem Wetter, da wir durchgehend Sonnenschein hatten, was nicht gerade häufig vorkommt, denn das Wetter am Kap kann ziemlich schnell umschlagen.

Ein paar Stunden verbrachten wir auf dem Gipfel, genossen die Aussicht und schossen ein Foto nach dem anderen. Als dann aber die Sonne unterging und es ziemlich frisch wurde, nutzten auch wir die Bergbahn, um ins Tal zu kommen. Wir belohnten uns für unsere Wanderung kurz darauf mit dem größten Burger, den ich jemals gegessen habe. Seine Name war Fat Bastard und seine Heimat war das Lokal Royal Eatery. Laut Erzählungen wurde der Fat Bastard irgendwann einmal zum besten Burger der Welt gewählt und das zurecht, auch wenn mir danach ziemlich schlecht war.

Abends ging es nach einem kurzen Schläfchen wieder auf die Piste. Bevor wir unsere tänzerischen Künste in einem Club zeigen konnten, präsentierten wir uns auf einer Hausparty eines Bekannten meines Kommilitonen Nico. Hier waren ausschließlich Holländer und Deutsche zu treffen. Generell ist Kapstadt im Gegensatz zu Durban sehr europäisch und es ist wohl die einzige Stadt Südafrikas, in der die Anzahl der Weißen höher ist als die der Schwarzen und Braunen zusammen. Feiern kann man aber auch mit Holländern, zumindest solange die Fußball Weltmeisterschaft noch nicht gestartet ist.

Als dann um vier Uhr die Lichter des Clubs angeschaltet wurden, stellten wir schnell fest, dass wir zwar einen nahezu perfekten Abend hatten, allerdings noch nicht nach Hause wollten. Problematisch war, dass zu dieser Uhrzeit sämtliche Bars und Discotheken ihre Pforten schlossen. Die Schwulenkneipe Bronx hatte jedoch die ganze Nacht auf, weswegen wir uns schleunigst auf den Weg dorthin machten, um den Abend ausklingen zu lassen. Ich muss dazu aber sagen, dass wir im Vorhinein fragten, ob dort auch das weibliche Geschlecht vertreten sei, was es zum Glück auch war. Also keine Angst: Die Seiten habe ich nicht gewechselt!

Am Eingang wurde unsere Feierstimmung jedoch schnell getrübt, da einem meiner Kommilitonen der Geldbeutel inklusive einigen Rand und einer Kreditkarte gestohlen wurde. Das erste Mal hatte ich also selbst Erfahrung mit der Kriminalität in Südafrika gemacht, was auch ein Grund für uns war den Abend zu beenden.

Fortsetzung folgt …

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