Full Moon Party auf Ko Phangan

Am heutigen Tag machte sich das für den europäischen Magen ungewöhnliche Essen bemerkbar, denn der ein oder andere hatte doch sehr starke Verdauungsprobleme. Wen genau ich damit meine, möchte ich hier nicht veröffentlichen. Allerdings sei angemerkt, dass die jeweilige Person nach Wiedergenesung so glücklich war, dass sie für vier Personen jeweils einen Thai-Whiskey sowie eine Pizza spendierte.

Feuerspielchen in Hat Rin

Nun gut, der gesamte Mittag bestand jedenfalls daraus nichts zu tun und die Seele am Golf von Thailand baumeln zu lassen. Unsere beiden Teilzeitreisebegleiterinnen Rebecca und Verena waren so nett und zeichneten uns ein PingPong-Feld in den Sand, auf dem Andi und ich uns die weiteren zwei Stunden die Zeit vertrieben. Im Hintergrund ging dabei die Sonne unter und ich erlebte den schönsten Sonnenuntergang meines bisherigen Lebens. Der gesamte Horizont war rosa – ein wahrer Traum!

Nach dem Abendessen ging es an den einsamen Strand, um sich den ein oder anderen Cocktail zu genehmigen. Wenig später fand das gleiche Prozedere zehn Meter entfernt in der Cocktailbar statt. Dort wurde von unserem Quartett nahezu einstimmig der Mai Tai zum „Cocktail of the day“ gewählt.

Vollmond in Cabana

Wenig später holte uns ein Minibus ab, um uns nach Haad Rin zu fahren, wo die größte Strandparty der Welt auf uns wartete, nämlich die legendäre Full Moon Party auf Ko Phangan. Der Minibus war vom Sound her mit einem Flugzeug zu vergleichen und die Strecke ähnelte einer Alpenüberquerung, da es ständig auf und ab ging, aber das war uns im leicht angesäuselten Zustand bereits egal.

In Haad Rin angekommen strömten Menschenmengen zum Strand, wo die Party bereits in vollem Gange war. Laute HipHop- und Technobeats dröhnten uns entgegen und alle paar Meter sah man einen Artisten, der mit Feuerbällen oder -stangen wild um sich schmiss. Zu Trinken gab es massenweise kleine Eimer, die man beliebig mit Mixgetränken füllen konnte. Unser Favorit war Wodka Energy, von dem auch gleich mal zwei Buckets geordert wurden.

Während Verena zufällig eine alte Bekannte von einem Australien-Trip traf, hielten wir bereits Ausschau nach einem vorerst ruhigeren Plätzchen, um den heftigen Techno-Bässen zu entfliehen. Fündig wurden wir bei einer Strandbar, die Reggae-Musik von Bob Marley auflegte. Außerdem trafen wir dort Luisa und Nina wieder, mit denen wir zusammen unsere Trekking-Tour in Nordthailand gemacht hatten. Daraufhin wurden erneut vergangene Erlebnisse ausgetauscht, was mich etwas langweilte, sodass ich mich alleine auf den Weg machte, wo ich unter anderem zwei nette Schotten kennen lernte.

Die Schotten unter sich

Als ich von meinem Egotrip zurück kam, verabschiedeten sich Rebecca und Verena von uns, da sie etwas angeschlagen waren. Die beiden anderen Mädels blieben uns allerdings noch erhalten, obwohl Andi und ich eigentlich auch ganz gerne alleine durchgestartet wären, da wir während unseres gesamten Trips viel zu viel Zeit mit Deutschen verbracht hatten. Nichts gegen die beiden, aber es war auch mal schön, neue Leute kennen zu lernen.

Die Full Moon Party artete in eine Rave-Party aus und je länger die Nacht wurde, um so ausgelassener wurde gefeiert. Obwohl ich mich im Gegensatz zu Andi als absoluten Anti-Raver bezeichne, stand ich plötlich auf einer 1,50 Meter hohen Bühne und bewegte mich zu den Rhytmen – der Gruppenzwang hatte mich mal wieder erwischt.

Die nächste Station war ein Drum´n´Bass-Stand, wo Andi erneut alles gab. Meine Ausdauer neigte sich allerdings stark dem Ende entgegen, sodass ich mir eine kleine Auszeit nahm. Scheinbar sah ein Engländer, dass ich nicht mehr der Fitteste war und bot mir ein Glas Flüssigkeit an, die wahrscheinlich mit Drogen versetzt war, da er mir versicherte, dass ich danach wieder topfit werden würde. Zwar setzte ich das Glas auch an, allerdings ließ ich meinen Mund geschlossen.

Bodypainting auf der Full Moon Party

Kurz darauf wurde mir auch klar, dass ich Andi im Getümmel verloren hatte. Als dann auch die Sonne aufging, machte ich mich auf den Weg zurück, setzte mich in einen Pick Up, der mich zum circa 20 Kilometer entfernten Ressort bringen sollte. Ebenfalls im Pick Up war eine nervige Amerikanerin, die durchgehend über Thailand und deren Einwohner lästerte. Nerv, nerv, nerv,…

Nach einer holprigen Fahrt öffnete ich auch endlich die Tür zu unserem Bungalow, wo ich totmüde ins Bett fiel. Andi war noch immer nicht angekommen, allerdings schaffte auch er es irgendwann zurück in unser Resort. Wir hatten die Full Moon Party auf Ko Phangan ohne Verluste überstanden und waren froh, diese einmal mitgemacht zu haben.

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