England-Spiel, Canada Day und Paella

Seit langem hatte ich endlich mal wieder beide Tage an einem Wochenende frei. Die Zeit verbrachte ich einfach mal damit gar nichts zu tun, was sehr erholsam war. Samstag lag ich noch mit einem Buch im Hof, während ich am Sonntag auf Grund weniger guten Wetters nach Innen ausweichen musste und mir fast schon langweilig war. Ein Gefühl, dass ich hier noch nicht oft erlebt hatte.

Abends stand dann das Topspiel der Weltmeisterschaft an, nämlich die Begegnung zwischen Deutschland und England. Bei uns im Haus war das wohl die brisanteste Begegnung überhaupt, da Oli und mein Chef Marcus beide aus England kommen. Erstgenannter wollte es sich gar nicht erst antun mit uns beiden Deutschen, also Stefan und mir, Fußball zu schauen. Dennoch bekam Oli tatkräftige Unterstützung von unserem Kanadier Tom. Es stand also zwei zu zwei und die Sofas waren auch dementsprechend besetzt.

 Während des Spiels war es totenstill bis schließlich die ersten Schreie der Deutschen fielen. Damit ich die Englandfraktion nicht zu sehr verärgerte, ging ich kurz nach den Toren aus dem Wohnzimmer, um nochmal ausgiebiger zu feiern, bevor es zurück ging und wieder geschwiegen wurde, natürlich mit einem schämischen Grinsen im Gesicht.
Auch nach dem Spiel wurde erst einmal eine Zeit lang gar nicht geredet, bis die Engländer einsahen, dass ihre Abwehr einfach schlecht war und so kam es, dass sich beim Abendessen wieder alle lieb hatten, auch wenn der Gesichtsausdruck von Stefan und mir sicherlich um einiges zufriedener aussah. Als mir mein Chef nach einiger Zeit erstmals nach dem Spiel entgegen kam sagte er nur ein kurzes „Congratulations!“ und ging wieder zurück in sein Reich.
Am Montag kam dann die Bestätigung per E-Mail, dass sämtliche WhizzKids-Mitarbeiter ein Ticket für das am Mittwoch anstehende Halbfinale in Durban haben. Sollte unsere Nationalmannschaft also am Samstag gewinnen, dann würde für mich ein absoluter Traum in Erfüllung gehen, denn ein Halbfinale live zu sehen und dann noch mit der Mannschaft seines Heimatlandes ist einfach unschlagbar.
Zum Thema Kochen habe ich mich auch schon länger nicht mehr geäußert, was daran lag, dass ich so langsam meine Standardspeisen auftische, die auch einigermassen klappen. Da am Dienstagabend Spanien gegen Portugal spielte und wir seit WM-Beginn nur noch vor dem Fernseher essen, versuchte ich mich mit spanischem Essen – Paella war also angesagt!
Eigentlich klappte auch alles ganz gut, bis ich nach dem Servieren bemerkte, dass ich die Hälfte der Zutaten, nämlich Artischocken, Mais und Erbsen, vergessen hatte ins Essen zu mischen. Doof nur, dass mir das erst später auffiel. Ich hatte mich schon gewundert, weil mir das Rezept so langweilig vorkam und es einen enormen Überschuss an Reis gab.

Wie ihr sicherlich alle wisst, war am Donnerstag der berühmt berüchtigte „Canada Day“. Mein Mitbewohner Tom, der wie bereits erwähnt Kanadier ist, zauberte zusammen mit einer weiteren Kanadierin namens Bri ein typisch Nordamerikanisches Abendmahl auf den Tisch, bestehend aus Cheeseburgern, Pommes und Beilagen. Nebenbei erfuhren wir einige Geschichten rund um Kanada und ich stellte fest, dass Pamela Anderson gar keine Amerikanerin, sondern eine Kanadierin ist.

Am Samstag ist also der große Tag und ich hoffe, dass Ihr alles fleißig die Daumen drückt, damit mein nächster Blogeintrag hoffentlich vom Besuch des Halbfinales mit deutscher Beteiligung handelt.

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