Besuch beim Deutschen Bierfest in Durban

Nach unserem zehntägigen Roadtrip war für mich wieder Arbeitsalltag angesagt. Nachdem Weggang einiger unserer Mitarbeiter war es nicht nur bei uns im Office äußerst ruhig, sondern vor allem im Volunteers House, da unser Kanadier Tom ebenfalls für gute zwei Wochen in die Heimat flog. Das Haus war neben meinem Chef, der in einem separaten Anbau wohnt also fest in deutscher Hand.

Da durch den Auszug von Oli, Brian und Danielle einige Zimmer frei waren, zog ich in der vergangenen Woche von meiner kleinen Kammer in ein weitaus größeres Zimmer, in dem ich nun auch einen eigenen Schreibtisch habe. Sozusagen Luxus pur, den ich mir für meine letzten sechs Wochen in Durban natürlich noch gönnen werde.

An der Arbeit werden wir seit anderthalb Wochen auch von einer aus dem Township Lamontville stammenden Mitarbeiterin in Zulu unterrichtet. Obwohl ich eigentlich noch immer dabei bin mein Englisch zu verbessern, kommt nun auch noch Zulu dazu, was schon etwas tückisch ist. Vor allem die Aussprache einiger Wörter mit den ziemlich schwierigen Klack-/Zungenschnalz-Geräuschen ist wahnsinnig schwer zu lernen. Macht aber auf alle Fälle jede Menge Spaß.

Deutsch ging es dann am Wochenende zu, da ich mich nach einem schönen Surfnachmittag am North Beach mit Fabian und Thomas zum Deutschen Bierfest in Durban verabredete, das am Samstagabend stattfand und von der Deutschen Schule Durban organisiert wurde. Hier versammelten sich jede Menge Landsmänner, die sich in Durban niedergelassen hatten oder eben wie ich nur für eine gewisse Zeit in der zweitgrößten Stadt Südafrikas leben.

Obwohl der Eintrittspreis stolze 20 Euro kostete, ließen wir uns das Spektakel im extra aufgestelleten Bierzelt natürlich nicht entgehen, zumal es neben einem Freibier auch noch ein deftiges Essen zur Auswahl gab. Man konnte zwischen einem halben Hähnchen und Eisbein entscheiden. Zusätzlich dazu gab es Kartoffelsalat und Sauerkraut. Als Nachspeise wurde zudem Biehnenstich (mit h) angeboten. Unschlagbar waren jedoch die Dekorationen im gesamten Bierzelt, da zum einen das komplette Zelt mit Deutschland-Fahnen geschmückt war und quer über sämtliche Tische Brezel und Rettiche verteilt waren. Leider fehlte nur noch Ballermann-Musik von Mickie Krause und Wolfgang Petry.

Eine gelungene Veranstaltung, die fast schon ein bisschen Heimatgefühle aufgerufen hatte, allerdings bestand der große Unterschied zu deutschen Bierzeltparties darin, dass kaum einer stur auf seinem Platz sitzen blieb und ein Bier nach dem anderen trank. Die meisten südafrikanischen Deutschen schwingten ihr Tanzbein und fegten wie wild über die Tanzfläche. Zu später Stunden waren dann auch wir dort zu finden.

Positiv sind uns auch die vielen Jägermeister-Promotion-Girls aufgefallen, die aufgrund ihres Aussehens scheinbar viele verschiedene Castingrunden durchlaufen müssen, bis sie ihren Job bekommen. Tolle Sache und aufgrund der guten Werbung blieben wir auch nicht vom Kaltgetränk aus Wolfenbüttel verschont.

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