Der Alltag in Südafrika hat uns wieder

Nach der Weltmeisterschaft hat uns der Alltag in Südafrika längst wieder erreicht. Keine Fahnenverkäufer mehr auf den Straßenkreuzungen, die Vuvuzela-Klänge sind erloschen und das Abendprogramm besteht wieder hauptsächlich aus fußballfreiem Fernsehen. Die Zeit der Veränderungen also, zumal uns in den nächsten beiden Wochen unter anderem auch unser Engländer Oli, die Amerikanerin Danielle und der auf Hawaii lebende Brian verlassen werden, um entweder nach Hause zu gehen oder um das nächste Ziel anzusteuern.

Auch die Büroarbeit bei WhizzKids United hat mich wieder voll und ganz gefangen genommen. Vergangenen Montag fuhr ich zusammen mit Oli zu einer Universität in Durban, wo wir vor 40 Design-Studenten unser Programm, also das von WhizzKids vorstellten, um in Zukunft zusammen mit den wissbegierigen Studenten zu kooperieren. Für mich war also meine erste Präsentation in Englisch angesagt, was mich durchaus nervös machte. Obwohl mein Englisch noch lange nicht perfekt ist war ich im Nachhinein doch sehr zufrieden damit. Seltsam war nur der Rollentausch, da ich nicht wie gewohnt als Student, sondern diesmal als Auftraggeber fungierte.

Rund um das Praktikum läuft sonst auch alles sehr gut und ab August werde ich mehr und mehr eigene Projekte in die Hand nehmen, was mich sehr freut, da mein Mitbewohner Oli, wie bereits erwähnt, nach 18 Monaten wieder zurück nach England geht. Bisher hatte ich die meiste Zeit mit ihm zusammen gearbeitet und ihn bei seinen Aufgaben unterstützt.

Wirklich lange geht mein Praktikum auch nicht mehr, wenn man bedenkt, dass ich ab August erstmal anderthalb Wochen Urlaub habe und danach nur noch bis Ende September in unserem Office arbeite. Die Zeit geht hier unheimlich schnell vorbei. Zum Ende des Monats geht es aber erst nochmal mit den kompletten „alten“ Mitarbeitern für drei Tage in die Drakensberge zur Erholung, worauf ich mich schon sehr freue, da die Gegend wunderschön sein muss und wir einige Aktivitäten, wie zum Beispiel Abseiling, in Angriff nehmen werden.

Am Donnerstag war ich dann mal wieder mit meinem Chef, meiner Mitbewohnerin und dem Hawaiianer Brian im Villains, unserer Standardkneipe in Durban, wo wir ein paar Runden Billard spielten. Bevor es aber ausartete und in den nächsten Club ging, schaffte ich zum Glück den Absprung, sodass ich im Gegensatz zu Brian am Freitag auch brav an der Arbeit erscheinen konnte. Dort haben wir dann auch mal wieder unser Pausenspiel „Crossbar Challenge“ gespielt. Bei dem Spiel geht es darum von 20 Metern Entfernung bei einer bestimmten Anzahl so oft wie möglich die Torlatte zu treffen. Der Verlierer muss sich anschließend ins Tor stellen, bücken und bekommt vom Rest mit dem Fußball auf den Arsch geschossen. Immer wieder ein lustiges Spiel, vor allem wenn es am Ende mehr als einen Verlierer gibt.

Am Wochenende war mal wieder Entspannen angesagt. Der komplette Samstag wurde trotz besten Wetters mit Fernsehen verbracht. Auch abends war irgendwie niemand bereit was zu unternehmen, sodass wir uns dazu entschieden, einen weiteren Film anzuschauen, was aber alles in allem mal wirklich sehr relaxed war.

Wie die vergangenen beiden Sonntage hieß es auch diesmal wieder: Auf zur Shopping-Mall! Diesmal stand allerdings nicht die Einkaufstour im Gateway im Vordergrund, sondern Go-Kart-Fahren. Insgesamt waren wir zu siebt, allerdings wagten sich nur sechs Leute auf die Rennstrecke, da meine Mitbewohnerin vor zwei Tagen auf derselben Strecke frontal in den Reifenstapel gerast war, sich etwas verletzte und deshalb keine allzu große Lust verspürte, sich erneut in ein Kart zu setzen. Irgendwie verständlich.

Nachdem jeder seine 20 Runden gefahren war und alles gegeben hatte, klapperten wir noch das ein oder andere Geschäft ab. Natürlich durfte auch ein Besuch im Toys’R‘Us nicht fehlen, bei dem wir sämtliche Spielzeuge ausprobierten und uns endlich mal wieder wie kleine Kinder aufführen konnten.

Ganz nebenbei sei noch erwähnt, dass heute Nelson Mandela Day war. Der große Held Südafrikas feierte also seinen 92. Geburtstag. Jeder Bewohner des Landes sollte 67 Minuten seiner Zeit opfern, um an die 67 Jahre zu erinnern, die Mandela in die Politik gesteckt hat, welche letztendlich die komplette Geschichte Südafrikas zum Positiven gewendet hat.

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