Wanderschuhe für Backpacker

Wanderschuhe für Backpacker: Darauf kommt es beim Schuhkauf an

Flipflops und Sneakers sind der Inbegriff eines coolen und bequemen Lifestyles. Doch beim Backpacking sind sie nicht immer erste Wahl, denn bei langen Routen und schwerem Terrain sind sie schnell fehl am Platz. Gefragt sind dann gute Wanderschuhe, die deine Rucksacktour nicht zur Tort(o)ur werden lassen. Aber worauf solltest du beim Kauf achten? Die Antwort verrate ich dir im folgenden Beitrag.

Südafrika, Thailand oder Brasilien. Das sind exotische Länder, bei denen du in erster Linie an Strand und Meer denkst als an lange Wanderungen und fordernde Bergtouren. Daher hast du beim Packen wohl kaum ein paar Wanderschuhe auf deiner Liste. Warum auch, schließlich sind sie sperrig und nehmen eine Menge Platz weg. Doch vor Ort sind sie Gold wert, denn ansprechende Wanderrouten werden dich auch dort erwarten.

Mit einem guten Wanderschuh hast du nicht nur einen sicheren Tritt, womit du sowohl das Rutschen als auch Umknicken vermeidest und damit Verletzungen vorbeugst. Neben ihrem Schutz vor spitzen Steinen oder unliebsamen Wurzeln sind sie in der Regel wasserabweisend und atmungsaktiv. Ideal also fürs Backpacking oder eine anspruchsvolle Tagestour in den heimischen Gefilden.

Beim Kauf von Wanderschuhen gibt es jedoch einiges zu beachten, denn neben der Passform spielen einige weitere Punkte eine bedeutende Rolle. Welche das sind, erfährst du im kommenden Abschnitt.

Zu klärende Fragen vor der Shoppingtour

Bevor du dich auf die Socken zum nächsten Sportgeschäft oder – viel besser – Outdoor-Spezialisten begibst, solltest du dir vorab ein paar Fragen stellen, schließlich wird dich der Verkäufer sowieso damit konfrontieren:

1. Welcher Wandertyp bist du?

2. Auf welchem Gelände werden die Schuhe zum Einsatz kommen?

3. Welchem Klima werden die Schuhe ausgesetzt sein?

Auf Basis dieser Fragen kann sich der Verkäufer ein erstes Bild machen, welche Art von Wanderschuhen grundsätzlich für dich in Frage kommt und schon bist deinem perfekten Wanderschuh wieder etwas näher.

Wanderschuhe für Backpacker: 5 Tipps für den Kauf

Es ist allerdings nicht damit getan sich mit einigen wenigen Fragen zu beschäftigen und kurz in den Wanderschuh zu schlüpfen. Um das für dich ideale Modell zu finden, gibt es noch einige weitere Aspekte, die beim Schuhkauf zu berücksichtigen sind.

1. Die Auswahl des Wanderschuhs

Wie bereits erwähnt, kommt es bei der Auswahl darauf an, wo du den Schuh primär einsetzt. Für Tageswanderungen, die in nicht allzu anspruchsvollem Gelände stattfinden, empfiehlt sich ein leichter Wanderschuh. Ambitioniertere Wanderer, die höhere Schwierigkeitsgrade und teilweise auch Klettersteige bevorzugen, sollten sich für einen festeren Bergschuh entscheiden.

Bist du als Backpacker auch in extremem Terrain unterwgegs, wie zum Beispiel bei Gletschertouren, dann kommst du um einen Hochtourenschuh mit einer steifen Sohle nicht herum. Wichtig bei allen Modellen ist, dass du dich bei früheren Sprunggelenksproblemen für einen höheren Schuh entscheidest. Ansonsten gilt: Je bergiger das Terrain, umso stabiler und höher der Schuh.

2. Ein guter Schuh ist nicht ganz günstig

Besonders als Backpacker und Low-Budget-Reisender hat der Preis oftmals eine hohe Bedeutung. Deswegen Abstriche bei der Wahl des Wanderschuhs zu machen, wäre allerdings fatal, da ein gutes Modell meistens zwischen 100 und 200 Euro kostet. Das ist nicht ganz günstig. Dafür halten gute Wanderschuhe meist über viele Jahre. Einige Hersteller sind sogar so von sich überzeugt, dass sie eine mehrjährige Garantie auf ihre Schuhe aussprechen.

Fakt ist, dass Markenschuhe bei diversen Produkttests (die stets mit Vorsicht zu genießen sind) meist besser als preiswerte Modelle abschneiden, was nicht nur auf die Qualität des Materials zurückzuführen ist. Auch das für die Entwicklung neuer Technologien zur Verfügung stehende Geld sorgt für hochwertigere Wanderschuhe. Langfristig gesehen wirst du mit einem teureren Schuh wahrscheinlich glücklicher sein als mit fünf Paar deiner bereits verschlissenen Treter.

3. Das A und O bei einem Wanderschuh ist die Passform

Wie bedeutend die Passform ist, habe ich bereits während meines Studiums eingetrichtert bekommen, als ich nebenbei für die Marke New Balance als Brand Amabassador tätig war und mich knapp vier Jahre ausgiebig mit Laufschuhen beschäftigte. Wichtigstes Kriterium für den „perfekten“ Schuh war dabei immer die Passform und der First Fit, also das Gefühl beim Einsteigen in den Schuh.

Klar, dass die Passform auch beim Wanderschuh für Backpacker optimal sein muss, schließlich werden sie neben dem Rucksack der treueste Begleiter sein. Beachten solltest du beim Anprobieren und Testen, dass die Ferse sitzt und nicht hin und her rutscht, da du sonst während deiner Touren mit lästigen Blasen kämpfen musst, was ziemlich ärgerlich und schmerzhaft ist.

Der Fußballen muss flach und bequem im Schuh liegen. Da sich der Fuß unter Belastung noch etwas ausdehnt, darf der Schuh nicht drücken, aber dennoch fest eingebettet sein. Den einzigen Spielraum für deinen Fuß dürfen – oder vielmehr müssen – die Zehen haben. Die Faustformel für die so genannte Zehenbox ist, dass die Zehen eine halbe bis ganze Daumenbreite Luft haben, schließlich rutschen die Füße vor allem beim Abrollen bergab ein Stück nach vorne. Und blaue Zehen machen sich später in den Flipflops am Strand nicht wirklich gut.

4. Das Material und die Verarbeitung

Atmungsaktiv und wasserabweisend sind die beiden Zauberworte, wenn es um das Material von Wanderschuhen geht. Atmungsaktiv deshalb, damit der Schweiß nach außen dringen kann und der Fuß aber trotzdem genügend Luft zum Atmen bekommt. Wasserdicht, damit du bei längeren Märschen erstens keine Stinkfüße bekommst und zweitens du dir keine lästigen Blasen läufst.

Im Innenbereich (schlecht) vernähte Schuhe sind ein weiterer Grund für Blasen an den Füßen. Einige Hersteller bieten nahtfreie Innenschuhe an. Generell sind wenige Nähte ein Zeichen dafür, dass der Schuh möglichst wasserdicht ist.

Mein aktueller Wanderschuh ist der adidas Terrex, der mittlerweile schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, mit dem ich aber extrem zufrieden bin, was die Passform und das Abrollverhalten betrifft. Einziges Manko ist das Schnellschnürsystem, das sich schneller lockert als beim gewöhnlichen Schnüren. Also auch hierauf achten, denn schneller bedeutet nicht immer auch einen durchweg festen Sitz zu haben.

5. Die Kaufberatung und der Testlauf

Was die Beratung betrifft, so solltest du dir hierfür genügend Zeit nehmen und einen Experten aufsuchen, der voll und ganz für den Outdoorsport brennt. In einem Kaufhaus wirst du diesen Spezialisten weniger antreffen als im Sportgeschäft oder idealerweise im Outdoor-Fachhandel. Löchere den Verkäufer anfangs doch einfach mit ein paar Fragen und du wirst schnell merken, ob du richtig aufgehoben bist.

Nachdem du dem Verkäufer erzählt hast, für welche Bereiche du den Schuh benötigst, wirst du ein paar Modelle zum Testen bekommen. Nehme deine Wandersocken am besten gleich mit, denn diese sind oftmals etwas dicker als gewöhnliche Socken. Außerdem wirst du sie auf deinen Touren ebenfalls am Fuß tragen.

Achte auch darauf, dass du Modelle verschiedener Marken anprobierst, denn jeder der Hersteller hat seine Besonderheiten in Passform und Abrollverhalten. Hast du dich für ein Modell entschieden, dann lasse es zu Hause für zwei bis vier Stunden am Fuß. Sitzt der Schuh weiterhin wie angegossen, dann hast du den für dich perfekten Schuh gefunden. Falls nicht, kannst du ihn problemlos zurückgeben und die Suche beginnt von Neuem.

Kleine Anmerkung von mir: Natürlich kannst du den getesteten Wanderschuh auch für weitaus weniger Geld im Internet kaufen. Wenn du aber mit der Beratung vor Ort zufrieden warst und sich der Verkäufer ausreichend Zeit für dich genommen hat, dann ist es nur fair, das Produkt im Geschäft zu erwerben, auch wenn es dann ein paar Euro teurer ist.

Gerüstet für dich nächste Rucksacktour

Um den idealen Wanderschuh zu finden bedarf es durchaus ein wenig Aufwand. Aber lieber im Vorhinein ein bisschen mehr Zeit für das Auswahlverfahren investieren, als dann bei einem längerem Hiking-Trip vor Schmerzen zu fluchen. Ein Schuh muss einfach perfekt sitzen, vor allem, wenn du einige Monate lang unterwegs sein wirst und eben nicht den ganzen Tag in Flipflops und Sneakers umherziehst.

Einen großen Nachteil haben Trekking-, Wander- oder Hochtourenschuhe, denn sie sind allesamt sperrig und nehmen gerade beim Backpacking eine Menge Platz weg, sofern du sie nicht sowieso am Fuß hast. Daher solltest du sie so verstauen, dass du deren Innenraum gleichzeitig als Stauraum nutzen kannst, zum Beispiel zum Aufbewahren kleiner, zerbrechlicher Sachen.

Zum Abschluss interessiert mich brennend, welche Erfahrung du beim Kauf von Wander- oder Trekkingschuhen gemacht hast und welche Bedeutung sie für dich beim Backpacking haben. Oder bist du ausschließlich am Strand unterwegs und meidest das Gebirge? Verrate es mir doch einfach in den Kommentaren.

Foto: Amanda Sandlin | unsplash.com



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