Augen auf beim Rucksackkauf

Rucksackkauf: So findet ihr den idealen Begleiter für die nächste Tour

Der Kauf eines Rucksacks hat gerade bei jungfräulichen Backpackern oftmals leider keine allzu große Priorität. Wie wichtig ein guter Rucksack und dessen Passform ist, zeigt sich dann oftmals erst, wenn es zu spät ist und der treue Begleiter zu einem unangenehmen Anhängsel wird. Um dies zu vermeiden, möchte ich euch ein paar Tipps geben, was ihr beim Rucksackkauf beachten solltet.

Wer als Backpacker länger auf Touren ist, der kommt nicht daran vorbei, sich einen anständigen Rucksack zuzulegen. Alleine der Begriff Backpacking, der aus dem Englischen übersetzt nun mal Rucksack bedeutet, sagt aus, welch großen Stellenwert der Rucksack auf Reisen hat. Klar, dass man auch wunderbar mit einen Roll- oder Schalenkoffer durch die Welt ziehen kann. Mit Abenteuer haben diese beiden Behältnisse dann aber doch herzlich wenig zu tun.

Ein Rucksack ist nicht gleich ein Rucksack. Daher gibt es mit der Größe, Passform, Material, Zubehör und dem Preis gleich fünf Aspekte, die ihr beim Kauf unbedingt beachten solltet. Im Folgenden möchte ich etwas näher darauf eingehen.

1. Rucksackkauf: Auf die Größe kommt es an

Bevor ihr Euch auf die Suche nach einem Rucksack begebt, solltet ihr genau wissen, für welche Rucksacktour ihr ihn benötigt. Seid ihr lediglich ein Wochenende für eine Hüttentour unterwegs oder steht doch eine einjährige Weltreise bevor? Ist das Gespäck schwer und voluminös oder doch eher leicht und kompakt? Vor dem Rucksackkauf solltet ihr Euch mit diesen Fragen gezielt auseinander setzen.

Letztendlich beläuft sich die allgemeine Größe auf ein Fassungsvermögen von 25 bis 70 Liter. Normal für längere Rucksacktouren sind ungefähr 55 Liter, mit denen auch ich in der Vergangenheit wunderbar ausgekommen bin. Für alle Unschlüssigen gibt es Rucksäcke, die man problemlos um zehn oder zwanzig Liter erweitern kann. Wichtig ist, dass eure Reisegefährten genügend Stauraum für die Utensilien haben, die ihr beabsichtigt mitzunehmen.

Neben dem Stauraum spielt die Anzahl der Fächer eine bedeutende Rolle, um gerade bei längeren Touren Kleidung, Hygieneartikel, Dreckwäsche und Schuhe voneinander zu trennen. Diese sollten zudem leicht erreichbar sein, um nicht jedes Mal die gesamte Tasche durchwühlen zu müssen. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Nerven.

Kleiner Tipp: Den Rucksack lieber mit etwas mehr Volumen kaufen, denn eine Überladung führt dazu, dass der Hüftgurt seine wohltuende Wirkung verliert.

2. Oberste Priorität: die richtige Passform

Bei der Wahl des Rucksacks verhält es sich ähnlich wie mit dem Kauf eines Laufschuhs. Das Ding muss einfach perfekt sitzen. Andernfalls kann die fehlende Passform nicht nur ein unwohles Gefühl und Drücken hervorrufen, sondern sogar lästige Rückenschmerzen, die einem einen Backpacking-Trip schon mal versauen können.

Um dem ebenfalls entgegenzuwirken ist die richtige Rückenlänge des Rucksacks maßgebend. Traveller mit einem kleinen Rücken sollten demnach einen kleinen Rucksack kaufen. Klingt logisch, wird aber doch immer wieder missachtet.

Auch die Beckenform ist entscheidend für euer Wohlbefinden, denn 70 Prozent des Gewichts verlagern sich darauf und nicht etwa, wie viele denken, auf die Schultern. Ebenfalls für einen angenehmen Tragekomfort sorgen eine zusätzliche Polsterung an den Hüften und ein einstellbares Tragesystem.

Kleiner Tipp: Wegen der anatomischen Unterschiede zwischen Frau und Mann gibt es auch spezielle Rucksäcke für das weibliche Geschlecht.

3. Spielt das Material eine Rolle?

Bei langen Reisen nehmt nicht nur ihr enorme Strapazen auf euch, sondern auch euer Rucksack. Daher solltet ihr darauf achten, dass euer Rucksack strapazierfähig und gut verarbeitet ist. Hierbei vor allem schauen, ob die Reißverschlüsse und Nähte den Belastungen tatsächlich standhalten und nicht aufreißen, sobald der Rucksack am Boden entlang geschliffen wird oder zu viel Inhalt hat und aus allen Nähten platzt.

Beim Material selbst gibt es nur geringe Unterschiede. Als besonders strapazierfähig gilt Nylon, das zudem über eine hohe Haltbarkeit und Scheuerfestigkeit verfügt. Rucksäcke aus Polyester sind etwas weniger robust, zeichnen sich aber durch ein geringeres Gewicht aus. Wichtig ist, dass beide Materialien wasserabweisend sind, denn Regenschauer gibt es überall auf der Welt.

Kleiner Tipp: Herstellergarantien können durchaus als Qualitätsmerkmal für Rucksäcke herangezogen werden (je länger, desto besser).

4. Zubehör für den Rucksack

In der Regel sind Rucksäcke renommierter Marken wasserabweisend. Es kann aber auch mal vorkommen, dass einzelne Nähte doch nicht so dicht sind, wie im Vorhinein kommuniziert wurde. Um nassen Inhalt zu vermeiden, gibt es zusätzliche Regenschütze, die bei Regenfällen über den Rucksack gezogen werden. Oftmals sind diese bereits integriert und gut versteckt, sodass sie nicht immer gleich sichtbar sind.

Wenn ihr den Rucksack für einige Stunden auf dem Rücken habt, dann sollte dieser – na klar – perfekt sitzen. Einzelne Gurte am Tragesystem verstärken den Tragekomfort daher durch Festziehen. Auch Schlaufen sollten außerhalb des Rucksacks vorhanden sein, um weitere Reiseutensilien, wie zum Beispiel Zeltstangen, eine Isomatte oder einen Schlafsack, befestigen zu können.

Kleiner Tipp: Fragt beim Berater genau nach, welche Features der Rucksack hat. Dabei merkt ihr auch gleich, ob der Verkäufer vom Fach ist.

5. Qualität hat ihren Preis

Beim Rucksackkauf kommt oftmals der Schock für alle Reisehungrigen, denn die hilfreichen Reisebegleiter sind meist sehr teuer. So liegen gute Rucksäcke zwischen 130 und 200 Euro pro Stück, was für Individualreisende nicht immer leicht zu stemmen ist.

Doch bevor ihr jeden Cent zwei- oder dreimal umdreht, solltet ihr euch bewusst sein, dass ein guter Rucksack ewig hält und ihr ihn (hoffentlich) nicht nur für eine einzige Reise benutzt. Langfristig gesehen definitiv die klügere Entscheidung.

Kleiner Tipp: Da im Frühjahr die Modelle für die neue Saison präsentiert werden, gibt es zu dieser Zeit oftmals günstige Auslaufmodelle, deren Qualität nicht weniger gut ist.

Fazit: Lasst euch beraten!

Dass Rucksäcke nicht gerade günstig sind, habe ich im letzten Punkt bereits erwähnt. Daher greifen Backpacker ohne Erfahrung oftmals zu Online-Shops und bestellen sich die Rucksäcke bequem und preiswert über das Internet. Tut mir bitte einen Gefallen und macht dies nicht, sondern tätigt euren Rucksackkauf bei einem Spezialisten vor Ort.

Dadurch habt ihr die Möglichkeit euch individuell beraten zu lassen und den Rucksack direkt zu testen. Also nutzt die Chance und greift auf dessen Fachwissen zurück. Wenn er es nicht von selbst anbietet, dann bittet den Verkäufer darum, dass er euch den Rucksack mit Gewicht füllt, sodass ihr merkt, ob der Rucksack auch unter Belastung bequem sitzt.

Und scheut euch nicht davor ein paar Euro mehr zu investieren. Meinen Rucksack habe ich 2008 gekauft und er begleitet mich noch immer. Kein Wunder, denn er sitzt perfekt, ist strapazierfähig und daher nicht umsonst mein treuester Gefährte.

Osprey Reiserucksack Farpoint 40 M/L 2 jasper red
  • Altersgruppe: Erwachsene
  • Artikeltyp: Reiserucksäcke
  • Außenausstattung: Außentaschen
  • Außenmaße: 35 x 37 x 54 cm (B|T|H)
  • Für wen: Männer

Foto: David Mark

7 Gedanken zu „Rucksackkauf: So findet ihr den idealen Begleiter für die nächste Tour“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.