Flug nach Bangkok

„Guten Morgen, Andi“, „guten Morgen, Schöbi“. So startete der Tag unseres Ablugs gen Thailand. Bevor es zum Zähneputzen in das beschauliche Badezimmer ging, wurde erst einmal der Fernseher eingeschaltet und zwar auf den Nachrichtensender NTV, wo uns auch gleich folgende Meldung erreichte: „Ein Flugzeug wurde entführt, mit dem Ziel Teheran anzufliegen.“

Mahan Air am Flughafen Frankfurt

Diese Aussage beunruhigte uns ein wenig, da unser Flugzeug ebenfalls in der kommenden Nacht in Iran´s Hauptstadt landen sollte. Ein paar Minuten später erreichte uns dann doch noch eine positivere Meldung, denn das Flugzeug wurde nach Syrien gelotst, das Thema Teheran dadurch gegessen und bei uns machte sich eine enorme Erleichterung breit.Nach dem Frühstück ging es dann in Richtung Hauptbahnhof, wo wir ganze neun Stunden verbrachten. Wirklich sehr spannend. Außer folgenden zwei Dingen ist dort auch nichts weiter erwähnenswertes passiert:

1.) Wir kauften uns im Düsseldorfer Karstadt zwei leckere FrühKölsch, wo wir auch gleich folgende Sprüche an den Kopf geschmissen bekamen: „Sie sind ja auch mutig“, sagte eine ältere Frau beim Kauf der Biere und der Verkäufer drückte uns noch einen rein, indem er sagte: „Ein Wunder, dass wir das überhaupt verkaufen.“ Uns wurde daraufhin klar, dass es die Rivalität zwischen Düsseldorfern und Kölnern tatsächlich gibt.

2.) Über das Internet-Mafia-Netzwerk studivz lernten Andi und ich kurzfristig Stefan aus Konstanz kennen, der den gleichen Flug nach Bangkok wie wir nahm. Er wollte nicht zum Urlaub nach Thailand, sondern für ein ganzes Semester dort jobben. Auch sehr mutig, zumal er vorher noch nie in Asien gewesen war. Da es zugleich sein erster Flug war und man ihm seine Nervosität ziemlich ansah, beschlossen wir, noch ein letztes deutsches Weizen zu trinken, was je 4,40 Euro kostete. Kurz darauf bildeten wir uns zumindest ein, dass seine Nervosität wie weggeblasen zu sein schien.

Im Flugzeug angekommen wuchs unsere Vorfreude auf das Abenteuer Thailand. Noch ein letztes Mal wurden die potenziellen Routen anhand des Reiseführers festgelegt.

Startschuss zum Abflugort nach Düsseldorf

Hey ho, let´s go. Ja, ja, heute ging es für meinen Kumpel Andi und mich ab nach Thailand bzw. erst einmal nach Düsseldorf, wo wir eine Nacht im wunderbaren „Diplomat“-Hotel verbringen durften, bevor es schließlich mit dem Flieger ins weit entfernte Asien ging.

Rucksacktour Thailand

Unser Hotel in der Collenbachstraße in Düsseldorf sah aus wie ein Hinterhofhotel, bei dem nur noch das Licht hätte rot sein müssen. Das Zimmer bestätigte diese Aussage zum Teil. Das umfangreiche Frühstück, das Gratis-Snickers, was nicht wirklich gratis war, sowie der Parkplatz, der uns für 14 Tage kostenlos zur Verfügung stand, rechtfertigten den Preis glücklicherweise.

Da unsere Mahan-Air-Maschine am Samstag für 21 Uhr angesetzt war, blieb uns noch genügend Zeit für einen kleinen Aufbruch in die Düsseldorfer Altstadt, die schließlich berühmtberüchtigt ist und als längste Theke der Welt gilt.

Kneipe in DüsseldorfBei ungünstiger Witterung viel zu leicht bekleidet, irrten wir in der Innenstadt umher, ohne auch nur das geringste Anzeichen der besagten Theke zu finden. Beim kurzen Zwischenstopp an einem Kiosk, in dem wir selbstverständlich auch zwei Bier als Wegzehrung mitnahmen, schilderte und ein Südländer detailliert den Weg zum Barviertel.

Kurze Zeit später stand für uns fest, dass Düsseldorf ordentlich rockt. Ein Becks to go kostete hier lediglich 1,50 Euro, Jägermeister oder Tequilla gar nur einen Euro. Überragend war auch das leckere Alt für 1,40 Euro, welches frisch vom Fass gezapft wurde.

Trotz dieser Preisschlager brachten wir es fertig, den teuersten aller Schuppen aufzusuchen und für ein Bier das Doppelte der bereits genannten Summe zu zahlen. Schön doof, allerdings muss man sich im Urlaub auch mal was gönnen können, auch wenn wir noch lange nicht im Land des Lächelns waren, sondern im kühlen Deutschland.

Als wir uns bereits auf den Heimweg machten, um fit für den Anreisetag zu sein, kamen wir an einer Bar vorbei mit der Aufschrift „Peter´s Diebelskneipe“, welche mit unschlagbaren Preise warb. Wir hatten also keine andere Wahl als doch noch ein letztes Bier an diesem Abend zu trinken. Lustigerweise war die Bedienung eine Thailänderin, sodass eine erste Urlaubsstimmung bei uns aufkam und wir doch noch das ein oder andere Bier zu uns nahmen, bevor es schließlich in Hotelbettchen ging.