Chiang Mai

Kurz vor der Ankunft mit dem Zug und nach dem Frühstück von Andi und mir mussten die beiden Mädels uns stolze 2.500 Baht für die Verköstigungen während der Fahrt auslegen. Für eine 14-stündige Zugfahrt ist das ein durchaus stolzer Preis gewesen.

Frühstück vor der Trekkingtour

Gegen 9 Uhr stiegen wir schließlich aus dem Zug und wurden auch gleich von einem bereitstehenden Taxi zum Family Tribal Guesthouse in Chiang Mai gefahren. Dort checkten wir ein und teilten die Zimmer in Jungs und Mädels auf, genauso wie früher in der Jugendherberge. Kurz darauf starteten wir einen ersten Trip durch die schöne Stadt Chiang Mai, die nach Bangkok die meisten Einwohner in Thailand hat.

Neben verschiedenen Wats, dem Verkehrschaos und einem Essen für jeweils 120 Baht, unterhielten wir uns noch mit einigen Thailändern auf der Straße. Lustig ist, dass die ohne zögern auf einen zukommen und einem irgendwas erzählen. Das Witzige dabei ist, dass jeder Thailänder eine Schwester oder Cousine hat, die rein zufällig in Deutschland wohnt, was vielleicht nicht ganz wahr ist. Schön ist auch, dass die Thais verschiedene Reiserouten empfehlen, allerdings die kompletten Reiseführer mit unübersichtlichen Routen beschmieren.

Wat in Chiang MaiZiemlich schwer gestaltete sich dagegen das Beschaffen von Bargeld. Zwar gibt es überall viele bunte Geldautomaten, aber nicht jeder zahlt einem Geld aus. Die Krönung unseres Tage war, wie sollte es auch anders sein, unsere erste Fahrt mit einem TukTuk zu viert, obwohl die Minitaxis eigentlich nur für zwei Passagiere ausgerichtet sind.

Die zweite Fahrt an diesem Tag wurde schließlich geschlechterspezifisch getrennt und sollte man diese Tour mit einem Wort beschreiben, dann würde das Wort „pervers“ ganz gut passen. Der Beginn der Fahrt bestand aus einem Hochstarter, anschließend wurde das Gaspedal durchgedrückt und die Autos auf der Straße als Slalomstangen benutzt. Dies zu toppen war wohl unmöglich.

Abends hieß es für das Quartett Essen zu gehen. Statt Reis sollten Burger her, also stillten wir unseren Hunger an einem Imbiss namens „Mike´s“, wo als Information stand, dass man auch mal bis zu zwei Stunden auf sein Essen warten kann. Solange dauerte es dann doch nicht und wir konnten zum Thai-Boxen aufbrechen, allerdings mit Umwegen, da ich unsere Truppe aus Versehen zu ein paar leicht bekleideten Frauen lotste, die wahrscheinlich noch nicht einmal Frauen waren.

Abendprogramm am CocktailbusKurz darauf kamen wir aber doch noch in der Bar an, wo wir uns das Boxspektakel ansahen. Angefangen von einem Kampf von zwei 11-Jährigen, die sich erst die Köpfe einschlugen und später die besten Freunde waren, ging es nach weiteren fünf Kämpfen zum letzten und wichtigsten Kampf über. Ein durchtrainierter kolossartiger Glatzkopf veror hier gegen einen dicken Thailänder, der ziemlich schnelle Moves am Start hatte. Schon sehr krass.

Nach den Kämpfen machten die Mädels leider schlapp und wir Jungs beschlossen, die Nacht zumindest teilweise zum Tag zu machen. Also ging es in den nächsten 7eleven zum Bier kaufen, bevor es kurz danach zum Crepes-Essen ging. Anschließend versackten wir an einer äußerst lustigen Kneipe, die aus einem schwarzen VW-Bus bestand, der in eine Cocktailbar verwandelt worden war. Ein wunderschöner Tag mit ersten unbeschreiblichen Eindrücken von Thailand ging zu Ende.

Ankunft in Thailand

Um vier Uhr morgens iranische Zeit landeten wir in Teheran. Selbstverständlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, dem Piloten bei der Landung einen gebührenden Applaus zu geben, trotz enormer Müdigkeit.

Start in Teheran

Beim Ausstieg aus dem Flugzeug mussten sämtliche Passagiere weiblichen Geschlechts Kopftücher anlegen. Etwas beunruhigend waren zudem die riesigen Flachbildschirme mit dem Sicherheitshinweis, dass keine Handfeuerwaffen mit ins Handgepäck genommen werden dürfen. Ich war eigentlich immer der Meinung, dass dies selbstverständlich ist, aber gut. Andere Länder, andere Sitten.

Positiv zu bewerten waren dafür die Essens- und Getränkegutscheine, die wir beim Ausstieg von den Stewardessen überreicht bekamen. Außerdem konnte man die Landschaft des Irans vom Flughafen bewundern und kostenlose Internetzugänge waren ebenfalls vor Ort. Vor einer der besagten Internetstationen ergab sich dann auch die Möglichkeit, erste Kontakte mit anderen Deutschen zu knüpfen, genauer gesagt mit zwei Mädels aus Norddeutschland, die zufällig die gleichen Ziele wie wir verfolgten. Wir zogen es in Erwägung die ersten Tage gemeinsam zu reisen, aber das wollten wir endgültig in Bangkok klären.

Andi beim Zähneputzen Um 6.50 Uhr saßen wir dann auch nach problemloser Sicherheitskontrolle in einer zweistöckigen Boing 747, die nur zu 75 Prozent ausgebucht war. Somit nutzten Andi, Stefan und ich jeweils drei bis vier Sitze, schauten uns nach dem Start die endlose Wüstenlandschaft des Iran an und schliefen wenig später endlich ein, sodass ein ruhiger Flug ziemlich schnell endete.

Planmäßig um 17 Uhr thailändischer Zeit landeten wir in Bangkok am Flughafen, dessen Namen ich wohl nie aussprechen werden kann. Sub…….???

Da es schon später Nachmittag war und wir etwas unter Zeitdruck waren, mussten wir schnell handeln und fuhren mit dem Taxi für teure 850 Baht in die Innenstadt zum Hauptbahnhof. Wir waren übrigens zu viert, da sich die beiden Mädels dazu entschlossen hatten, direkt mit uns Richtung Chiang Mai zu reisen.

Unser erster Eindruck von Bangkok war stickige Luft, die uns überfiel, sowie ein absolutes Verkehrschaos. Wirklich erdrückend und stressig, aber irgendwie auch sehr sympathisch. Eine Frau von einem der Touristeninformationen namens TAT schnitt uns bei der Ankunft in Thailand am Hauptbahnhof auch gleich den Weg ab, fragte uns wohin wir gerne gehen möchten und ein paar Minuten später waren wir um je 98 Euro ärmer und hatten Tickets nach Chiang Mai sowie eine 2-tägige Trekkingtour im Doi Inthanon-Nationalpark gebucht.

Da wir kaum Zeit hatten, um den letzten Zug nach Chiang Mai zu erreichen, führte uns ein Angestellter des TAT durch einen Hintergang des Bahnhofs mitten durch eine nicht gerade hygienischen Küche zum Zug, der schon kurz vor der Abfahrt war. Im Zug bekamen wir durch das überaus freundliche Personal auch schnell unsere Plätze zugelotst und die holprige Fahrt konnte beginnen.

Erste Aktion im Zug war Zähneputzen, da wir dies das letzte Mal in Düsseldorf gemacht hatten und dies bereits 24 Stunden her war. Als uns schließlich eine kleine zierliche thailändische Frau über den Weg lief und Bier verkaufte, konnten wir uns nicht mehr halten und bestellten vier Stück, wobei eines den ungewöhnlichen Inhalt von 0,66 Litern hatte. Natürlich waren wir so großzügig und boten unseren beiden Reisepartnern Rebecca und Verena zwei Singha an. Ehrlich gesagt hatten wir zu dieser Zeit noch kein Bargeld umgetauscht, sodass wir zwar die Mädels einluden, sie uns aber das Geld auslegen mussten.

Wir verstanden uns sehr gut mit den beiden Backpackerinnen und merkten schnell, dass sie genauso einen an der Klatsche hatten wie wir. Deshalb folgte auch hier noch das ein oder andere Bier, bevor sich schließlich jeder in seine kleinen, aber bequemen, Schlafkojen zurückzog. Wir hatten schließlich einiges an Schlaf nachzuholen.

Flug nach Bangkok

„Guten Morgen, Andi“, „guten Morgen, Schöbi“. So startete der Tag unseres Ablugs gen Thailand. Bevor es zum Zähneputzen in das beschauliche Badezimmer ging, wurde erst einmal der Fernseher eingeschaltet und zwar auf den Nachrichtensender NTV, wo uns auch gleich folgende Meldung erreichte: „Ein Flugzeug wurde entführt, mit dem Ziel Teheran anzufliegen.“

Mahan Air am Flughafen Frankfurt

Diese Aussage beunruhigte uns ein wenig, da unser Flugzeug ebenfalls in der kommenden Nacht in Iran´s Hauptstadt landen sollte. Ein paar Minuten später erreichte uns dann doch noch eine positivere Meldung, denn das Flugzeug wurde nach Syrien gelotst, das Thema Teheran dadurch gegessen und bei uns machte sich eine enorme Erleichterung breit.Nach dem Frühstück ging es dann in Richtung Hauptbahnhof, wo wir ganze neun Stunden verbrachten. Wirklich sehr spannend. Außer folgenden zwei Dingen ist dort auch nichts weiter erwähnenswertes passiert:

1.) Wir kauften uns im Düsseldorfer Karstadt zwei leckere FrühKölsch, wo wir auch gleich folgende Sprüche an den Kopf geschmissen bekamen: „Sie sind ja auch mutig“, sagte eine ältere Frau beim Kauf der Biere und der Verkäufer drückte uns noch einen rein, indem er sagte: „Ein Wunder, dass wir das überhaupt verkaufen.“ Uns wurde daraufhin klar, dass es die Rivalität zwischen Düsseldorfern und Kölnern tatsächlich gibt.

2.) Über das Internet-Mafia-Netzwerk studivz lernten Andi und ich kurzfristig Stefan aus Konstanz kennen, der den gleichen Flug nach Bangkok wie wir nahm. Er wollte nicht zum Urlaub nach Thailand, sondern für ein ganzes Semester dort jobben. Auch sehr mutig, zumal er vorher noch nie in Asien gewesen war. Da es zugleich sein erster Flug war und man ihm seine Nervosität ziemlich ansah, beschlossen wir, noch ein letztes deutsches Weizen zu trinken, was je 4,40 Euro kostete. Kurz darauf bildeten wir uns zumindest ein, dass seine Nervosität wie weggeblasen zu sein schien.

Im Flugzeug angekommen wuchs unsere Vorfreude auf das Abenteuer Thailand. Noch ein letztes Mal wurden die potenziellen Routen anhand des Reiseführers festgelegt.

Startschuss zum Abflugort nach Düsseldorf

Hey ho, let´s go. Ja, ja, heute ging es für meinen Kumpel Andi und mich ab nach Thailand bzw. erst einmal nach Düsseldorf, wo wir eine Nacht im wunderbaren „Diplomat“-Hotel verbringen durften, bevor es schließlich mit dem Flieger ins weit entfernte Asien ging.

Rucksacktour Thailand

Unser Hotel in der Collenbachstraße in Düsseldorf sah aus wie ein Hinterhofhotel, bei dem nur noch das Licht hätte rot sein müssen. Das Zimmer bestätigte diese Aussage zum Teil. Das umfangreiche Frühstück, das Gratis-Snickers, was nicht wirklich gratis war, sowie der Parkplatz, der uns für 14 Tage kostenlos zur Verfügung stand, rechtfertigten den Preis glücklicherweise.

Da unsere Mahan-Air-Maschine am Samstag für 21 Uhr angesetzt war, blieb uns noch genügend Zeit für einen kleinen Aufbruch in die Düsseldorfer Altstadt, die schließlich berühmtberüchtigt ist und als längste Theke der Welt gilt.

Kneipe in DüsseldorfBei ungünstiger Witterung viel zu leicht bekleidet, irrten wir in der Innenstadt umher, ohne auch nur das geringste Anzeichen der besagten Theke zu finden. Beim kurzen Zwischenstopp an einem Kiosk, in dem wir selbstverständlich auch zwei Bier als Wegzehrung mitnahmen, schilderte und ein Südländer detailliert den Weg zum Barviertel.

Kurze Zeit später stand für uns fest, dass Düsseldorf ordentlich rockt. Ein Becks to go kostete hier lediglich 1,50 Euro, Jägermeister oder Tequilla gar nur einen Euro. Überragend war auch das leckere Alt für 1,40 Euro, welches frisch vom Fass gezapft wurde.

Trotz dieser Preisschlager brachten wir es fertig, den teuersten aller Schuppen aufzusuchen und für ein Bier das Doppelte der bereits genannten Summe zu zahlen. Schön doof, allerdings muss man sich im Urlaub auch mal was gönnen können, auch wenn wir noch lange nicht im Land des Lächelns waren, sondern im kühlen Deutschland.

Als wir uns bereits auf den Heimweg machten, um fit für den Anreisetag zu sein, kamen wir an einer Bar vorbei mit der Aufschrift „Peter´s Diebelskneipe“, welche mit unschlagbaren Preise warb. Wir hatten also keine andere Wahl als doch noch ein letztes Bier an diesem Abend zu trinken. Lustigerweise war die Bedienung eine Thailänderin, sodass eine erste Urlaubsstimmung bei uns aufkam und wir doch noch das ein oder andere Bier zu uns nahmen, bevor es schließlich in Hotelbettchen ging.