Eine gute Tat pro Tag: Dorfbesuch in Kambodscha

Nachdem unser zweitägiger Kulturtrip in Angkor beendet war, stand bereits der nächste Trip auf der Liste der zu erledigenden Aufgaben in Kambodscha. Und zwar ging es diesmal in ein kleines Dorf, welches circa eine Stunde von Siem Reap entfernt lag.

Fortbewegungsmittel in KambodschaDer Grund dafür war, dass Urte vor einiger Zeit eine Patenschaft für ein kambodschanisches Mädchen namens Lin Khun angenommen hatte. Dieses wollte sie während unserer zweimonatigen Südostasien-Tour besuchen. Wenn man schon mal vor Ort war, bot es sich natürlich an, kurz vorbeizuschauen.

Ein Mitarbeiter der Organisation plan, die weltweit Patenschaften in Länder der dritten Welt vermittelt, fuhr uns mit seinem Toyota Jeep in das kleine Dorf, in dem es außer ein paar Holzhütten rein gar nichts gab. Das ganze Dorf wartete bereits auf uns und wir wurden mit offenen Armen von den Bewohnern empfangen.

Als kleine Geschenke brachten wir unter anderem Utensilien für die Schule mit sowie einen Fußball und jede Menge Kugelschreiber und Luftballons meines Arbeitgebers New Balance, den ich hier natürlich dankenderweise erwähnen möchte. In Deutschland hätte sich wohl kaum ein Kind über diese für sie wertlosen Gegenstände gefreut. Die kambodschanischen Kinder jedoch waren überglücklich und ich hatte selten so fröhliche und glänzende Augen gesehen. Es war ein wirklich schöner Moment, Kindern die keine monetären Mittel zur Verfügung haben, eine solche Freude zu bereiten.

Besuch in einem kambodschanischen Dorf

Der plan-Angestellte war zugleich der Übersetzer und stimmte während unseres Aufenthaltes in einem Kreis von ungefähr 25 Leuten einige Spiele an oder animierte die Kambodschaner dazu, einige Lieder in der Landessprache vorzusingen. Besonders witzig war auch, als unser Vermittler die Dorfbewohner bat, uns einige Fragen zu stellen. Die Lehrerin des Dorfes fasste sich daraufhin ein Herz und fragte folgendes: „Habt ihr in Deutschland auch Ochsenkarren?“ Tja, eine andere Welt!!!

Leider konnten wir nur zwei Stunden in dem kleinen Örtchen bleiben und fuhren nach Zwischenstationen in einer Schule und einer Wasseraufbereitungsstelle wieder zurück in die 150.000 Einwohnerstadt, wo wir uns auch schon auf das Abendessen freuten.

Am Tag darauf liehen wir uns zwei klapprige alte Damenräder aus, um die Innenstadt von Siem Reap zu auf eigene Faust zu erkunden. Besonders am Herzen lag uns allerdings der Besuch des Kanta Bhopa Children Hospital, in welchem wir Blut spenden wollten.

Kinder in der Nähe von Siem ReapAuch im Krankenhaus begrüßte man uns sehr herzlich und uns wurde schnell bewusst, wie sehr sich die Ärzte über fremdes Blut freuten. Sicherlich waren die Krankenliegen und die sonstigen Gegebenheiten nicht vergleichbar mit europäischen Verhältnissen, allerdings versicherte man uns, dass die Spende unter höchsten Sicherheitsbestimmungen ablaufen würde.

Nach dem Abzapfen eines halben Liter Blutes bekamen wir auch noch eine Geschenktüte überreicht, in der neben einem T-Shirt mit der Aufschrift Kantha Bopha Bloodbank und einigen Stickern auch unser kambodschanischer Blutspendeausweis war, worauf ich besonders stolz war.

Innerhalb von zwei Tagen hatten wir somit einige Menschen etwas glücklicher gemacht, allerdings waren wir nach unserem Kambodscha-Trip sicherlich die zufriedensten, denn ein Lächeln ist das wohl schönste Geschenk, dass man bekommen kann. Und davon hatten wir in den 48 Stunden doch so einige bekommen, vor allem unser Dorfbesuch in Kambodscha wird uns in Erinnerung bleiben.

Kulturtrip zum Angkor Wat nach Kambodscha

Der Sommer am Strand war für Urte und mich nach knapp anderthalb Monaten erst einmal Geschichte, denn nach einem kurzen Aufenthalt in Bangkok sollte es auch schon gleich weiter nach Kambodscha gehen, genauer gesagt nach Siem Reap, wo wir als typische Touristen die wunderschöne Tempelanlage von Angkor begutachten wollten.

Angkor Wat bei Siem Reap

Die Busfahrt dorthin war alles andere als angenehm, was vor allem an den schlechten Straßenverhältnissen lag, sofern man überhaupt von Straßen sprechen konnte. Zudem war es im Bus äußerst eng und leider auch erdrückend heiß. Sehr lustig sind die Tankstellen an den Straßen. An Stelle von Zapfsäulen gibt es in Kambodscha alte Cola- und Fantaflaschen, die mit Benzin gefüllt sind. Dementsprechend lange dauert auch ein Tankaufenthalt.

Nach ungefähr zehn Stunden konnten wir aber dennoch in unser Hostel einchecken und entspannen. Am Tag darauf stand Kultur an der Tagesordnung, denn ein Besuch von Angkor Wat, dem größten Tempelkomplex der Welt war geplant.

Drehort von Tomb Raider

Urte und ich kauften uns auch gleich einen 2-Tages-Pass und buchten uns unseren ganz persönlichen TukTuk-Fahrer, schließlich gibt es in Angkor mehr als 1.000 Tempel und Heiligtümer zu bestaunen. Natürlich konnte man die gesamte Tour auch mit dem Fahrrad machen, allerdings war uns das dann doch etwas zu anstrengend. Außerdem waren wir im „Urlaub“.

Die gesamte Anlage war wirklich beeindruckend und zugleich faszinierend. Vor allem der Tempel Ta Prohm ist nahezu beängstigend, da hier riesengroße Bäume einzelne Tempel überwuchern, sodass die Gewalt der Natur zum Vorschein kommt. In den 1990ern war diese Anlage zugleich der Schauplatz des Actionfilms Tomb Raider mit Angelina Jolie in der Hauptrolle.

Wunderschön und das wohl bekannste Postkartenmotiv Kambodschas ist sicherlich der Tempel Angkor Wat selbst, dem größten religiösen Bauwerk weltweit. Hier scharen sich auch die meisten Touristen umher, da diese Anlage zu Beginn von Angkor zu finden ist.

Die beiden Tage in Angkor waren wirklich wunderschön und lehrreich. Schade ist nur, dass die Tempelstadt mehr und mehr für Touristen zugänglich gemacht wird und die Stadt Siem Reap langsam aber sicher zur Touristenhochburg wird, was man daran erkennt, dass viele prächtige Luxushotels am Eingang der Stadt gebaut wurden.