Jurmala-Strand

Ein Tagestrip nach Jurmala, den wunderschönen Kurort bei Riga

Jurmala in der Nähe der lettischen Hauptstadt Riga besticht durch kilometerlange Strände, deren Sand so weich ist, wie kaum irgendwo sonst. Ein beeindruckender Kurort, dem ich einen Tag meiner Zeit in Lettland schenkte, was rückblickend viel zu wenig war. 

Riga ist toll. Unfassbar toll sogar. Doch auf Grund seiner Größe auch relativ überschaubar. Daher hatte ich mir während meiner Zeit in Lettland ein Ziel herausgepickt, dass nicht nur gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist, sondern auch unmittelbar am Meer liegt: Jurmala.

Mit dem Zug von Riga nach Jurmala

Jurmala ist vielmehr ein Zusammenschluss zahlreicher Dörfer, auch wenn der Ort längst das Stadtrecht erworben hat. Einen Hauptbahnhof unter dem Namen der Stadt, der übersetzt Strand bedeutet, gibt es jedoch nicht. Dafür hat – gefühlt – jeder Stadtteil seinen eigenen Bahnhof.

Das touristische Zentrum ist Majori und genau dorthin gelangst du problemlos mit dem Zug vom Rigaer Hauptbahnhof. Die Hin- und Rückfahrt kostet dich umgerechnet schlappe 2,73 Euro.

Ein ziemlich geringer Preis, denn neben einer wunderschönen Landschaft erwartet dich in einem der alten Kolosse für unsere Verhältnisse sehr gutes Internet. Doch anstatt ständig auf dein Smartphone zu schauen, solltest du lieber die beeindruckenden Nadelwälder und die kleinen Häuschen, an denen du unter tosendem Lärm vorbeiziehst, genießen.

Majori, das Zentrum Jurmalas

Am kleinen Bahnhof von Majori angekommen zieht es die (Tages-) Touristen in der Regel direkt in die Jomas-Straße. Dort kann es im Sommer ganz schön voll werden, schließlich ist dies die Fußgängerzone und somit die touristische Hauptschlagader von Jurmala.

Neben Restaurants und Bars, in denen abends Live-Musik gespielt wird, bieten die Einheimischen Handwerkskunst an ihren Ständen an. Selbst im Frühling, als ich dort war, herrschte auf der Straße wildes Treiben.

Daher ist es sinnvoll vom Zentrum abzuschweifen und die kleineren Nebenstraßen zu entdecken. Dort erwarten dich nicht nur in Majori, sondern in ganz Jurmala, viele bunte Holzhäuser. Kaum eines ähnelt dem anderen. Manch ein Haus ist eher mit einer Villa vergleichbar, die den Reichen bis heute als Wochenend- und Sommerdomizil dient.

Der Waldpark von Dzintari

Am Ende der Joma-Straße befindet sich der Dzintari-Park, der ein wahres Paradies für Kinder darstellt. So wurden inmitten von Kiefern verschiedene Attraktionen gebaut, wie zum Beispiel Boulderfelsen, ein anspruchsvoller Skatepark, ein Hochseilgarten und Spielplätze.

Der Waldpark kann bequem per Fahrrad, auf Inline-Skates und Tretrollern zum Ausleihen unsicher gemacht werden. „Natur pur“ steht hier zwar nicht unbedingt im Vordergrund, aber der ehemalige Wald ist dennoch eine schöne Abwechslung zum um die Ecke gelegenen Meer.

Fast schon paradiesisch, die Strände von Jurmala

Das Highlight von Jurmala ist jedoch ganz klar die Küste. Mehr als dreißig Kilometer feinster Sandstrand ziehen sich vor den Toren der Stadt entlang des Rigaer Meerbusens.

Der Quarzsand, den ich durch meine Finger gleiten ließ, war der vielleicht feinste, den ich bisher je an einem Meer erlebt habe. Auch das Knirschen beim Strandspaziergang hatte etwas Paradiesisches, wäre da nicht die steife Brise gewesen, die mich dazu zwang, meine Daunenjacke anstelle von Badeshorts und Flip-Flops zu tragen.

Das Meer um Jurmala, das einst noch als dreckig galt, hat sich von diesem Status dank einiger Säuberungsaktionen längst befreit. Das Wasser ist sauber und der Strandabschnitt frei von Gefahren. Zudem ist er barrierefrei, sodass er für jedermann zugänglich ist.

Auch ohne Schlammkuren eine Reise wert

Als abends der Zug zurück nach Riga ging, war ich fast schon enttäuscht, den beliebten Kurort in Lettland wieder verlassen zu müssen. Und das, obwohl ich weder vom berühmten Heilwasser kostete, noch eine der angesagten Schlammkuren machte.

Der weitläufige Strand, das Meer, die gute Luft und die urigen Häuser haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. So stieg ich mit einem Grinsen in den Koloss ein, blickte ein letztes Mal auf das Schilfmeer auf der einen und die Holzhäuser auf der anderen Seite und verabschiedete mich von einem ziemlich netten Kurort.

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