Prag ist eine der schönsten Städte Europas. Was sie so besonders macht, welche Sehenswürdigkeiten du nicht verpassen solltest und wo du nicht nur deinen Gaumen verwöhnen lassen, sondern auch ordentlich feiern gehen kannst, verrate ich dir im Special über die goldene Stadt Prag. 

goldene Stadt Prag

Ich bin Wiederholungstäter, denn Prag hat bereits vor 15 Jahren mein Herz erobert, als ich zum ersten Mal an dem beeindruckenden Fleckchen an der Moldau Halt machte. Damals war ich noch Schüler, doch ein weiterer Aufenthalt folgte drei Jahre später.

Danach herrschte Funkstille zwischen mir und Prag, denn die goldene Stadt fand in meinen Reiseplänen trotz ihrer Schönheit und der großen Anzahl an Aktivitäten einfach nicht mehr statt. Das hat sich zum Glück geändert, denn ich stattete der Stadt mit den 1,2 Millionen Einwohnern, frei nach dem Motto „Alle guten Dinge sind drei“ ein weiteres Mal einen Besuch ab.

Verändert hat sich in den mehr als zehn Jahren Abstinenz nicht wirklich viel, was ich keineswegs als Nachteil bewerte.

Die „goldene Stadt“ kurz vorgestellt

Prag erstrahlt auch heute noch in vollem Glanz und hat ihren Spitznamen „goldene Stadt“ nicht ganz ohne Grund, schließlich schimmern die Sandsteintürme bei Sonnenschein noch immer in wunderschönen Goldtönen. Einer Legende zu Folge ist dies einer der Gründe, warum die Stadt diesen goldigen Titel einst zugesprochen kam.

Über Jahrhunderte hinweg begegneten sich tschechische, jüdische und deutsche Kultur. Von den letzten beiden ist zwar nur noch sehr wenig übriggeblieben, allerdings hatten sie einen großen Einfluss auf die Entwicklung Prags. Das Stadtbild selbst ist von Gotik und Barock geprägt, wodurch es einen ganz besonderen Charme versprüht.

Mittlerweile pilgern jährlich mehr als fünf Millionen Touristen in die Hauptstadt Tschechiens, die übrigens die Großstadt mit der niedrigsten Arbeitslosenquote der Europäischen Union ist. Eine Stadt, die nicht nur schön anzuschauen ist, sondern auch funktioniert.

Sehenswertes in Prag

In Prag gibt es eine Menge zu entdecken. Darunter fallen leider auch die zahlreichen Segway-Fahrer, die einfach nur nervig sind. Der vielleicht einzig negative Punkt, der mir bei meinem dritten Städtetrip nach Prag unterkam.

Wildes Treiben in Prag

Um sämtliche Sehenswürdigkeiten zu bewundern, ist es weitaus angenehmer, auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückzugreifen. Das Netz aus Prager Metro, Straßenbahnen und Bussen ist sehr gut ausgebaut und günstig noch dazu. Bist du aber erstmal im Zentrum angekommen, kannst du die besten Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß ablaufen.

Welche du dir bei deinem ersten Besuch auf keinen Fall entgehen lassen solltest, möchte ich dir im Folgenden vorstellen:

Der 750 Meter lange Wenzelsplatz

Am Wenzelsplatz gibt es eigentlich kein Vorbeikommen, da er sich über 750 Meter Länge von den Metro-Stationen Mustek bis Muzeum vollstreckt. Damit ist er einer der größten städtischen Plätze in Europa, obwohl er bei einer Breite von 60 Metern eher einer Straße als einem Platz ähnelt.

Der Wenzelsplatz wurde 1848 nach dem Heiligen Wenzel von Böhmen benannt, als dieser den Mittelpunkt der Neustadt bildete. Das Wahrzeichen ist die steinerne Statue mit dem Nationalmuseum im Hintergund, die ähnlich wie die Weltzeituhr in Berlin, zu dem Treffpunkt schlechthin für Touristen und Einheimische mutiert ist.

Die Prager Burg auf dem Hradschin

Prager Burg auf dem Hradschin

Das – ich vermute mal – beliebteste Postkartenmotiv der Stadt ist wahrscheinlich die Prager Burg, die sich auf dem Hradschin angesiedelt hat. Sie bildet das weltweit größte geschlossene Burgareal und ist problemlos zu Fuß zu erreichen, auch wenn du beim Anstieg durchaus ins Schwitzen kommst.

Alle Mühen beim Aufstieg werden jedoch spätestens mit dem traumhaften Ausblick über die goldene Stadt belohnt. Nimm dir auf alle Fälle genügend Zeit, setze dich auf die Burgmauer und genieße das tolle Panorama, das einfach nur beeindruckend ist.

Im Burgareal erwarten dich außerdem der imposante St.-Veits-Dom, bei dem du schon mal eine halbe Stunde anstehen musst, um ihn von innen zu begutachten, sowie die St.-Georgs-Basilika. Mittlerweile kostenpflichtig ist das Goldene Gässchen, dass ich mir aus purem Geiz diesmal nicht angeschaut hatte. Ebenso wenig wie das Kloster Strahov, in dem es sehr gutes Bier geben soll.

Wildes Treiben auf der Karlsbrücke

Ein wahres Spektakel ist der Gang über die Karlsbrücke, die über die Moldau führt. Sie ist die schönste, älteste und bekannteste der 15 großen Moldau-Brücken in Prag. War sie einst ein reiner Künstlertreff, so ist sie heutzutage ein riesiger Touri-Magnet.

Von einem Besuch sollte dich das große Touristenaufkommen nicht abschrecken, denn die Karlsbrücke ist der Ort, der mich an der Stadt bisher am meisten fasziniert hat. Dort gibt nicht nur geschichtsträchtige Statuen der Heiligen und Patronen zu bewundern, sondern auch jede Menge Schmuck, Kunst und Musiker.

Besonders hörenswert ist die Bridge Band, die mit Waschbrett und anderen urigen Instrumenten bewaffnet, auch schon bei meinem Besuch vor mehr als zehn Jahren, Musik vom Feinsten praktiziert. Hier ein Video, das ich bei YouTube aufgestöbert habe:

Auf der Karlsbrücke wird so einiges geboten, weshalb sie definitiv zum Pflichtprogramm bei einem Aufenthalt in Prag zählt.

Die Astronomische Uhr am alten Rathaus

Wenn du dich beim Bummeln durch die Innenstadt wunderst, warum hunderte von Menschen auf einem Platz stehen und in die Luft starren, dann befindest du dich wahrscheinlich unterhalb der Astronomischen Uhr am Alten Prager Rathaus.

Die Uhr ist auch als Prager Rathausuhr oder Aposteluhr bekannt. Sie stammt aus dem Jahr 1410 und ist ein Meisterstück gotischer Wissenschaft. Zu jeder vollen Stunde erwartet dich auf dem kleinen Vorplatz an der Südmauer des Alten Rathauses ein Spektakel, bei dem die Uhr zum Leben erwacht.

Jüdisches Viertel in Josefstadt

Mehr als sechs Jahrhunderte waren die Juden fester Bestandteil der Einwohnerstruktur Prags. Auf Grund einer bewegten Geschichte erinnert heute nur noch der Stadtteil Josefstadt an diese Zeiten.

In Josefov kannst du näher in die jüdische Kultur eintauchen und das Jüdische Museum, das etwas unscheinbar wirkt, sowie einige Synagogen und den jüdischen Friedhof näher bewundern. Auch wenn Josefstadt mittlerweile von Schickimicki-Läden in der Pariser Straße eingenommen wirde, solltest du dem jüdischen Friedhof unbedingt einen Besuch abstatten.

Bunt und inspirierend – die John-Lennon-Mauer

John Lennon Wall

Ob die John-Lennon-Mauer eines der bedeutenden Denkmäler von Prag ist, darüber lässt sich gewiss streiten. Schön anzuschauen ist die Wand in der Altstadt nahe der Karlsbrücke aber allemal, auch wenn es schwer ist, ein Foto ohne fremde Personen zu schießen.

Seit den 1980er Jahren wurde sie mit von John Lennon und den Beatles inspirierten Floskeln und Liedtexten bemalt. Das originale Portrait von John Lennon wurde längst übermalt. Das liegt unter anderem daran, das jeder Passant die Möglichkeit hat, sich Farbe und Pinsel auszuleihen und seiner Kreativität freien Lauf zu lassen.

Tipps für Feinschmecker und alle Feierbiester

Die goldene Stadt Prag hat nicht nur für Kulturbesessene und Historiker einiges zu bieten. Auch die Feinschmecker, Biertrinker und das Partyvolk kommen hier nicht zu kurz, denn in Prag ist immer etwas los. Ein paar Spots, die teils als typische Touri-Hotspots abgestempelt werden, habe natürlich auch ich abgeklappert.

Hier also ein paar Vorschläge für dich, die nicht ausschießlich in den gängigen Reiseführern zu finden sind, ich dir aber trotzdem wärmstens empfehlen kann:

Frühstück im Liberica Café oder dem Krusta Bistro

Liberica Cafe Prag

Wer am Vorabend feiern war oder wem eine lange Sightseeing-Tour bevorsteht, der benötigt ein kräftiges Frühstück. Nicht typisch tschechisch, aber absolut empfehlenswert ist das Frühstück im Liberica Café etwas außerhalb des Zentrums. Hier bekommst du zwar ein typisch tschechisches Frühstück, die Highlights sind jedoch die englischen und französischen Pendants dazu.

Zentraler liegt dagegen das Krusta Bistro, in dem du eine Vielzahl an unterschiedlichen Gebäckstücken bekommst und in aller Ruhe in den Tag starten kannst. Der ideale Startpunkt, um die Prager Neustadt zu entdecken.

Böhmische Knödel im Kulovy Blesk

Typisch tschechisch ist das Restaurant Kulovy Blesk. Hier bekommst du nicht nur ein leckeres Bier zu günstigen Preisen, sondern sämtliche tschechischen Spezialitäten aufgetischt. Probiere unbedingt die böhmischen Knödeln mit Gulasch. Schon beim Gedanken daran läuft mir das Wasser im Mund zusammen.

Dass sich in dem Restaurant viele Einheimische versammeln, ist ein weiteres Indiz dafür, dass das Kulovy Blesk absolut empfehlenswert und ein wahrer Geheimtipp ist. Also schau dort unbedingt vorbei und mische dich unter das Prager Volk.

Leckeres Bier in den Bierstuben (Pivnice)

Bier in Prag

Unumgänglich in Prag sind die Bierstuben, die so genannten Pivnice, die vor allem in den Gassen in der Nähe des Zentrums angesiedelt sind. Eigentlich sind die urigen Kneipen überall zu finden, denn die Tschechen lieben Bier und konsumieren jährlich sogar mehr von dem leckeren Gerstensaft als wir Deutschen.

Die Tschechen behaupten sogar, dass sie das beste Bier der Welt brauen, was ich als verwöhnter Franke zu bezweifeln vermag. Lecker ist es allemal und günstig noch dazu. So gibt es in den Bierstuben ein Pilsener Urquell, Gambrinus, Staropramen oder Kozel bereits ab 1,10 Euro. Der ideale Preis, um alle Biere einzeln testen zu können.

Trink-Kultur in der Absinth-Bar „Absintherie“

Weitaus intensivere Wirkung als Bier hat dagegen der Absinth, der innerhalb Europas lange Zeit nicht ausgeschenkt werden durfte. In Tschechien erlebt er seit den 1990er Jahren eine wahre Renaissance, auch wenn er nur noch maximal 35 Milligramm des Nervengiftes Thujon enthalten darf.

In der Absinth-Bar Absintherie gibt es eine riesige Liste an Absinth-Variationen. Die Bar vermittelt das passende Flair zum verruchten Getränk, das du bis 24 Uhr zu dir nehmen kannst. Dabei erklärt dir das fachkundige Personal gerne weitere Hintergründe zum Kultgetränk. Zum Beispiel die Geschichte um den Maler Vincent van Gogh, der sich scheinbar nach einem Rausch sein linkes Ohr abgeschnitten hatte.

Aber keine Sorge, die Preise pro Absinth (ab 6 Euro) bewahren dich vor solch einem Unfug. Eines der Getränke solltest du dir aber trotzdem genehmigen, denn Absinth gehört einfach zu Prag dazu.

Das Radost FX zum Start in die Nacht

Einst war das Radost FX einer der angesagtesten Clubs in Prag. So wurde er Ende der 1990er zu einer der besten zwanzig Clubs und 2007 zur achtbesten Bar der Welt gewählt. Diese Auszeichnungen sind zwar schon eine Weile her, aber das Radost FX, das sowohl aus Bar, Lounge und Club besteht, hat von der Qualität nur wenig eingebüßt.

Mindestens genauso lange ist es her, als ich das erste Mal im Radost FX war. Da die Airbnb-Unterkunft (sichere dir dein Startguthaben) gleich um die Ecke lag, musste ich nochmals dort vorbeischauen. Zwar war der Club geschlossen, die Bar und die Lounge luden jedoch zum Entspannen und Unterhalten ein. Beste Voraussetzungen, um anschließend ins Prager Nachtleben zu starten.

Karlovy Lázně – der größte Club Mitteleuropas

Der Anziehungspunkt Nummer eins für alle Feierbiester in Prag ist der Club Karlovy Lázně, der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Das Areal umfasst insgesamt fünf Floors und ist damit der größte Club Mitteleuropas. Ein Alleinstellungsmerkmal, mit es sich ziemlich gut werben lässt.

Der Club, der direkt an der Karlsbrücke liegt ist ziemlich imposant. Wirklich umgehauen hat er mich, bis auf den günstigen Bierpreis von ungefähr 1,40 Uhr, allerdings nicht. Ob es an der hohen Anzahl an den Touristen lag, die bereits beim Eintritt ordentlich einen im Tee hatten, oder dem von der Decke tropfenden Kondenswasser, weiß ich nicht.

Mitnehmen solltest du das Karlovy Lázně dennoch, wenn du abends feiern gehen willst. Falls es dir dort nicht gefällt, gibt es in der näheren Umgebung noch einige weitere ziemlich coole Clubs, in denen du die Nacht zum Tag machen kannst.

Wann machst du Prag endlich unsicher?

Als ich Prag zum dritten Mal den Rücken gekehrt habe und in den Fernbus einstieg, fiel mir der Abschied nicht unbedingt schwer. Mir war zu diesem Zeitpunkt klar, dass es nicht mein letzter Besuch in der tschechischen Hauptstadt gewesen sein würde. Die goldene Stadt ist einfach viel zu schön und ereignisreich, um nicht noch einmal dort vorbeizuschauen.

Zudem ist Prag mit der Deutschen Bahn, dem Fernbus oder auch dem Flugzeug sehr gut erreichbar – ideal für ein langes Wochenende. Bei kürzeren Aufenthalten solltest du dich jedoch auf einige Sehenswürdigkeiten beschränken, da es einfach zu viele davon zu sehen gibt.

Ins Zentrum gelangst du problemlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit einem Taxi über die App Uber. Aber Vorsicht, die Taxifahrer in Prag rasen, was das Zeug hält. Die beste Option ist daher noch immer die Stadt zu Fuß und auf eigene Faust zu erkunden.

Falls du trotzdem lieber geführte Touren durch Prag haben möchtest, kann ich dir mit rent-a-guide einen ziemlich sympathischen Anbieter empfehlen. Mit diesem habe ich zwar selbst noch keine Tour gemacht, stehe aber auf Grund einer Kooperation eng mit den Mitarbeitern in Kontakt.

Hier ein paar Prag-Touren, die ich für dich ausgewählt habe:

Habe ich dir Lust auf Prag gemacht oder hast du noch eine bestimmte Frage an mich über die goldene Stadt? Dann lass es mich wissen und hinterlasse gerne einen Kommentar. Gleiches gilt natürlich, wenn du bereits in Prag warst und du noch einen zusätzlichen Geheimtipp für meine Leser parat hast.

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Die goldene Stadt Prag: Sehenswert, lecker und perfekt für Feierbiester

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