Wasserschlacht von Recife

Die Wasserschlacht von Recife

Durchmachen lautet heute die Devise beziehungsweise werden unsere Schlafphasen in dieser Nacht wahrscheinlich nur von kurzer Dauer sein. Der Grund dafür ist, dass wir uns momentan auf dem Flughafen in Recife befinden und unser Flieger erst morgen früh nach Rio de Janeiro abheben wird – inklusive Zwischenstopp in Salvador. Mit der Stadt am Zuckerhut wartet somit eine der Hauptattraktionen unseres Trips auf uns.

Was die Unterkunft der vergangenen drei Tage in Recife betrifft, so war diese alles andere als brilliant. Nicht nur, dass die Starts und Landungen der Flugzeuge des um die Ecke gelegenen Flughafens enormen Krach verursachten, wodurch selbst Gespräche unterbrochen werden mussten. Auch das für zwei Tage fehlende Licht in unserer 4er-Schlafkammer ohne Fenster war ziemlich uncool.

Aufbruchstimmung Recife

Umso besser waren dafür die Stunden außerhalb des Hostels, vor allem das Spiel der Deutschen gegen die USA oder besser gesagt, das was davor und danach geschah. So war der Weg ins außerhalb gelegene Stadion äußerst mühsam, da starke Regenfälle zahlreiche Straßen überfluteten und wir auf dem Weg zur Metro teils durch das fast kniehohe Wasser watschen mussten. Obwohl in Recife absolutes Chaos herrschte war es für uns, der Metro sei Dank, die bis dato problemloseste Anfahrt zu einem der Vorrundenspiele, wovon viele andere Fans leider kein Lied singen konnten.

Regenchaos Recife
Die überfluteten Straßen von Recife auf dem Weg Spiel gegen die USA

Dass unsere Elf das Spiel mit 1:0 gewonnen hatte und wir als Gruppensieger ins Achtelfinale ziehen, ist sicherlich auch in Deutschland angekommen. Für uns steigen dadurch zugleich die Chancen, unser Team am 4. Juli im berühmt berüchtigten Stadion Maracana in Rio de Janeiro anzufeuern, auch wenn wir die Tickets physisch noch immer nicht haben. Dann sollte die Stimmung, sofern wir das Achtelfinale gegen Algerien gewinnen ähnlich gut wie gegen die USA sein. Denn eines muss man den Amis lassen, Stimmung machen können sie, auch wenn ihnen der Ausgang des Spiels fast schon egal war. “It’s all about the party!“

Im Spiel gegen die USA saßen wir erstmals auch in der Nähe des Deutschland-Blocks. Dass wir Plätze in der siebten Reihe schräg hinter dem Tor hatten, freute uns zwar, bedeutete aber auch, dass wir während der gesamten 90 Minuten von Regen überschüttet wurden. Nicht gerade angenehm, durchgenässt ein Spiel zu verfolgen, aber sowohl der 1:0-Sieg, die gute Stimmung als auch ein kurzes Treffen mit dem ehemaligen Nationalspieler Cacau vor der Begegnung waren nur einige wenige Punkte, die uns dafür entschädigten.

Foto mit Cacau
Erinnerungsfoto mit dem ehemaligen Nationalspieler Cacau

Wie auch schon in den vergangenen Wochen trifft man an den Spieltagen und auch den Städten selbst immer wieder die gleichen Leute. Mit dem Schwaben Paul und dem Niedersachsen Arne ist fast schon eine Art “Fan-Freundschaft“ entstanden. Auch das Feiern ist mit beiden die komplette Vorrunde stets unkompliziert verlaufen. Gerne mehr davon.

Was die sonstige Feierei betrifft, so war gerade nach der Partie gegen die oftmals abgehoben wirkenden US-Amerikaner eine klasse Stimmung im Kneipenviertel der Stadt in der Nähe des Fan Festes. Während sich die deutschen Fans vornehmlich zurückhaltend in Trikot und mit Flagge bewaffnet zeigten, waren die Amerikaner dann doch etwas einfallsreicher in Sachen Outfit.

Deutschland gegen USA in Recife
Elvis und Co. beim dritten Vorrundenspiel gegen die USA

Traditionell war auch diesmal am Tag nach dem Spiel Erholung am Strand angesagt, der im Stadtteil Piedade, wo wir untergekommen waren, überaus ansehnlich ist. Von der großen Haidichte haben wir glücklicherweise nichts mitbekommen. Vielleicht war den Meerestieren die Herausforderung uns angreifen zu wollen an diesem Tag auch einfach nur zu gering, da wir bei unseren Wasseraktivitäten nicht unbedingt in Bestform waren.

Das heutige Achtelfinale der Brasilianer schauten wir uns bei knapp 30 Grad und strahlend blauem Himmel auf dem FIFA Fan Fest auf der innerstädtischen Insel Recife Antigo an bis wir vor lauter Hitze in eine schattige Seitenstraße flüchteten. Auffallend ist, dass die Stimmung der Brasilianer immer nur dann wirklich blendend ist, wenn es auch für ihr Team gut läuft. Zwischendurch kann es schon mal ruhig werden. Dass es die Selecao ins Viertelfinale geschafft hat, stimmt uns trotzdem sehr froh, da das Weiterkommen des Gastgebers die WM-Euphorie im gesamten Land aufrecht erhält.

Karnevalsfiguren von Recife
Die für Recife typischen Karnevalsfiguren im WM-Look

Die so genannten Fun Zones machen einen Aufenthalt auf brasilianischen Flughäfen übrigens besonders angenehm. Neben einer Chilloutzone gibt es hier außerdem noch Kickertische, Spielkonsolen und einen kostenlosen Internetzugang. Ein klasse Angebot, das wir nicht nur einmal ausgiebig genutzt haben.

Ach übrigens: Wer am Airport in Recife sein Gepäck wegschließen möchte, der muss sich mit der Frau, die Popcorn verkauft, in Verbindung setzen. Das war uns anfangs nicht ganz klar, klingt aber logisch, oder? … Wir hören uns dann wieder aus Rio de Janeiro.

6 Gedanken zu „Die Wasserschlacht von Recife“

  1. Klingt nach einer Menge Spaß! Wenn´s soviel regnet müsst ihr wenigstens nicht die ganze Zeit am Strand abhängen und den Brasilianerinnen beim Volleyball zugucken… Viel Spaß und erfolg euch noch!

    1. @Micha: Am Strand abhaengen und durchtrainierten Brasilianerinnen beim Beachen zuzuschauen, ist wirklich sehr langweilig und fast schon laestig. Daher ist so ein Regenwetter absolut stark. Doof nur, dass wir die letzten Tage traumhaftes Wetter in Rio hatten. Wir wissen gar nicht, was wir hier mit unserer Zeit im Freien anfangen sollen.

      Viele Gruesse an den Rest der Loewenbande.

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