Kajak- und Schnorcheltour auf Ko Tao

Um halb neun morgens starteten wir unsere Kajak- und Schnorcheltour. Da wir nur ein Paddel hatten, mussten wir uns abwechseln. Eigentlich wollten wir mit dem ausgeliehenen Plastikding einkaufen fahren, da in unserem Ort kein Supermarkt war. Da die Paddlerei aber ganz schön auf die Arme ging, beschlossen wir an der nächsten Bucht anzuhalten, um nach einem Shop zu suchen.

Paddeltour auf Ko Tao

Wir hatten natürlich Pech und in der angesteuerten Bucht war weder ein Bankautomat noch ein kleiner Laden zum Einkaufen zu finden. Da die nächste Bucht noch etwas weiter entfernt war, warfen wir unsere Pläne um und steuerten schnurstracks in Richtung Shark Island.

An der kleinen Insel, die mitten auf dem Meer war, angekommen, kamen wir uns etwas doof vor, da wir von zwei großen Tauchbooten umgeben waren. Wahrscheinlich dachten die Taucher, dass wir nicht ganz richtig im Kopf waren, weil wir mit den Kajaks aufs offene Meer gefahren waren, um zu schnorcheln. Besonders lustig muss es ausgesehen haben, als Andi versuchte, das Boot auf den Felsen zu heben, was natürlich nicht gelang.

Nach ein paar Minuten gab ich klein bei und sagte zu Andi, dass es zu gefährlich sei, bei diesem Wellengang in der Nähe der Felsen zu schnorcheln, schließlich steigerten sich der Wind und die Wellen immer mehr.

Die Rückfahrt auf die Nachbarbucht, an der wir eigentlich einkaufen wollten, gestaltete sich auf Grund des steigenden Wellengangs als äußerst kompliziert. Ein Glück, dass wir nicht kenterten. Zugegeben hatten wir schon etwas Schiss, aber wir erreichten unser Ziel doch noch unversehrt.

Schnorcheln auf Ko TaoAn der Bucht angekommen, parkten wir das Kajak, zogen unsere Schnorchel-ausrüstung an und schossen lustige Fotos mit der Unterwasserkamera. Da das Wetter nicht ganz so gut war, war auch die Sicht unter Wasser nicht gerade die beste. Egal, Spaß gemacht hat es trotzdem.

Weil wir keinen ATM-Bankautomaten auf unserer Tour fanden, hatten wir auch nicht die Möglichkeit Bargeld zu holen. Für uns hieß es deshalb: Sparen, sparen, sparen!!! Da wir beide ziemlich knapp bei Kasse waren, versuchten wir so viel zu schlafen wie es nur möglich war, um nicht in Versuchung zu kommen, unsinning Geld auszugeben.

Abends hatte jeder von uns noch 150 Baht (knapp 4 Euro) zur Verfügung. Getrunken wurde beim Abendessen nichts. Dadurch schafften wir es, dass jeder zwei Menüs essen konnte. Wir waren also erstmal wieder satt und schliefen ziemlich bald glücklich und zufrieden ein, denn unser nächstes Ziel war es, den Sonnenaufgang Ko Taos am nächsten Morgen zu betrachten.

Die Schildkröteninsel Ko Tao

Ungefähr gegen fünf Uhr morgens kamen Andi und ich an der Westküste der Schildkröteninsel Ko Tao an. Mit der Taschenlampe bewaffnet zogen wir durch Sairee Beach und beobachteten den Sonnenaufgang vom Strand aus.

Gipfel auf Ko Tao

Nachdem es halbwegs hell war, traten wir den Weg zur Ostküste an. Zwar hatten wir nur vier Kilometer zu laufen, allerdings mussten wir einen Höhenunterschied von über 300 Meter bewältigen. Die Wege waren alles andere als komfortabel und unsere schweren Rucksäcke gaben uns den Rest. Wasserfälle sprudelten aus allen Poren.

Am höchsten Punkt angekommen gab es eine wunderschöne Aussicht auf das blaue Meer. Das entschädigte unsere bisherigen Qualen. Außer zwei künstlich angelegten Stauseen erlebten wir hier die wunderschöne Natur Thailands. Unser Ziel Ao Tanote war jedoch nicht auf dem Berg, sondern unten am Ufer, weshalb uns ein erneutes Abenteuer bevorstand.

Weg zum GipfelBeim stark Bänderriss gefährdenden Abstieg sahen wir, wie schön die einzelnen Bungalows des kleinen Dorfes in den Hängen lagen. So einen wollten wir auch, doch wir wussten, dass es nicht einfach werden würde, im Tauchparadies etwas geeignetes zu finden. Nach kurzem Begutachten des Strandes fanden wir zum Glück einen Bungalow für 600 Baht pro Nacht. Auf der Veranda hatten wir eine Hängematte, von der man sowohl über das Meer als auch das komplette Dorf blicken konnte. Als Mitbewohner begrüßten wir unzählige Ameisen, die uns aber wenig störten.

Mittags liehen wir uns eine Schnorchelausrüstung aus, um die Unterwasserwelt zu betrachten. Als Schnorcheljungfrauen schluckten wir anfangs mehr Wasser als Luft zum Atmen, aber wir überlebten und das zählte letztendlich. Nach kurzer Zeit kamen wir auch ganz gut zurecht und staunten nicht schlecht als wir sahen, was unter Wasser so alles los ist: bunte Fische, schöne Korallen und ab und an auch mal eine Frau im Bikini. Schon toll so eine Taucherbrille.

Ao Tanote in all seiner PrachtDas „Snorkeling“ war allerdings auch etwas anstrengend, sodass wir den Nachmittag am Strand und in der Hängematte chillten. In Ao Tanote konnte man wirklich gut relaxen, da man hier wirklich seine Ruhe hatte, sogar vor thailändischen Händlern. Das einzig negative waren die vielen Risse an den Füßen, die im flachen Gewässer durch scharfe Muscheln verursacht wurden.

Abends hatten wir beiden Brückenauer mal wieder so großen Hunger, dass jeder von uns zwei Portionen verdrücken musste. Danach sagte man uns aus unerklärlichen Gründen, dass wir unser Zimmer am nächsten Tag verlassen sollten, da es scheinbar schon verbucht war. Glücklicherweise stellte sich das ganze als ein Irrtum raus und wir konnten doch noch einen Tag länger bleiben, schließlich hatten wir uns eine Kayaktour für den kommenden Tag vorgenommen.

Hua Hin oder der Ballermann Thailands

Noch ein bisschen angeschlagen vom Vorabend beschlossen wir mal wieder richtig gut frühstücken zu gehen. Gut, dass uns da auch gleich ein McDonalds in Hua Hin über den Weg lief. Wir schlugen uns den Bauch voll, lachten uns darüber kaputt, dass der Mc in Thailand auch liefert und begaben uns schließlich auf direktem Weg zum Strand. Hier erschraken wir zuerst, da der Strand dem Ballermann auf Mallorca sehr ähnlich sah. Dort waren wir bereits im Jahr 2002 und wollten diesen Trip nicht noch einmal wiederholen.

Strandspaziergang in Hua Hin

Das Wetter hätte an diesem Tag nicht besser sein können. Wir chillten zwei Stunden am und im Meer und fanden einen Platz, an dem kaum Touristen waren. Zwischendurch nahmen wir noch eine 15-minütige Massage, bei der wir uns aufs Übelste den Rücken verbrannten. Andi testete wenig später seine Händlerfähigkeiten und handelte einen Stuhl von über 2.000 Baht auf 500 Baht runter. Gekauft hat er ihn aber nicht.

Nach jeder Menge Nichtstun fuhr uns ein Rikscha-Fahrer zum Bahnhof. Auf der Strecke ging es durchgehend bergauf, sodass der etwas ältere und dürre mann sich so sehr abhetzte, dass wir ihn schon vorher erlösen wollten, schließlich schleppte er 160 Kilogramm in seinem Anhänger umher. Er ließ sich aber nicht von seinen Qualen erlösen und schleppte uns tapfer den Berg hinauf.

Unser tapferer Rikscha-FahrerAls wir endlich am Bahnhof ankamen und feststellten, dass kein Zug fährt, machten wir uns mit einem Bus voller junger Thai-Rekruten auf den Weg nach Chumpon. Mit nassen Badehosen saßen wir 4,5 Stunden in einem klimatisierten Omnibus. Diese Fahrt war mit Abstand die ungemütlichste während unserer Tour, da unsere Hosen nur sehr langsam trockneten, die Klimaanlage bitter kalt war und KingKong-Filme auf thailändisch doch etwas nervig sind.

Eigentlich sollte unser Ziel Chumpon sein, aber aus unerklärlichen Gründen wurden wir in einem Vorort rausgeschmissen, wo es keine weiteren Busverbindungen, geschweige denn TukTuks, gab. Deshalb waren wir froh als zwei Thailander uns anboten mit dem Moped zur Farang-Bar nach Chumpon zu fahren. um von dort die Reise fortzusetzen.

In der Farang-Bar angekommen, hatten wir die Auswahl zwischen verschiedenen Booten, welche uns auf die Taucherinsel Ko Tao befördern sollten. Vom Kathamaran bis hin zum Lebensmittelfrachter hatten wir die freie Auswahl. Anstatt den Kathamaran zu nehmen, der uns innerhalb von anderthalb Stunden auf die Schildkröteninsel befördern sollte, entschieden wir uns für eine sechsstündige Fahrt mit dem Lebensmittelkutter, auf dessen größter ebenen Fläche circa 12 Leute in Reih und Glied lagen und versuchten zu schlafen, was nicht gerade leicht war.

Die gesamte Bootstour war sehr amüsant, trotz einem Gefühl von mangelnder Sicherheit auf Grund eines starken Gewitters und dem starken Drang aufs Klo gehen zu müssen, ohne jegliche Toilette in der Nähe.

Phetchaburi und die Fahrt ins Ungewisse

Am Bangkoker Bahnhof angekommen ging es erst einmal zum „Fressen“ in einen thailändischen KFC (Kentucky Fried Chicken). Eine regelrechte Orgie fand dort statt, denn wir ließen es uns nicht nehmen, zwei Monsterportionen zu bestellen.

Bahnhof in PetchaburiMit dickem Bauch und enormer Übelkeit gingen wir wenig später ins naheligende TAT, in dem wir auch schon am ersten Bangkok-Tag zu Gast waren. Eigentlich wollten wir nur kurz eine Nacht auf Ko Phangan für die Full Moon Party buchen, allerdings wurden daraus dann doch ganz schnell drei Nächte, die pro Person und pro Nacht 13 Euro kosteten. Halb so wild, wir ham´s ja und wollten uns wenigstens einmal etwas leisten.

Anschließend machten wir uns in einem 3.-Klasse-Zug auf den Weg in 180 Kilometer entfernte Phetchaburi. Die Fahrt war ziemlich heiß und wir waren die einzigsten Ausländer, allerdings freuten sich die Thais, dass auch „reiche“ Touristen mit normalen Verkehrsmitteln fahren und nicht nur auf Luxus aus waren.

Nach drei Stunden erreichten wir Phetchaburi, einer Stadt mit über 20 Wats. Von Rucksacktouristen war hier nicht die geringste Spur. Ein Tuktuk-Fahrer fuhr uns zu einem der größten Wats mit benachbarter Schule. Die Kinder hatten gerade Pause, stellten sich um uns herum, begutachteten uns und grinsten durchgehend. Ab und zu kam ein Kind und gab uns schüchtern die Hand, sagte kurz „Hello“ und reihte sich blitzschnell wieder in die Gruppe der anderen ein. Ein herzlicheres und schöneres Lachen hätten wir uns gar nicht vorstellen können. Ein Mönch, der ungefähr zwei Drittel so groß wie ich war, führte uns anschließend durch die Anlage, wo wir einen Buddha nach dem anderen sahen.

Mönch und ich vor einer SchuleNach der kurzen Besichtigungstour irrten wir durch die Stadt, um irgendwie einen Weg Richtung Süden zu finden. Der etwas seltsame Mann im Bangkoker TAT hatte uns versichert, dass es sehr schwer werden würde, von Phetchaburi in den Süden zu gelangen. Wir haben diesen Rat jedoch nicht sehr ernst genommen und beschlossen, es ihm zu zeigen. Also liefen wir immer weiter und sahen die ein oder andere Stelle zwei oder dreimal.

Schön war noch, als uns ein Junge beim Überqueren einer Brücke mit seiner Familie zuwinkte. Er folgte uns noch ein paar Seitengassen, allerdings immer mit einem Sicherheitsabstand von 50 Metern. Wir waren also fernab des Mainstreams gelandet, was uns sehr freute, da wir nicht die gleichen Routen wie die anderen Backpacker gehen wollten. Allerdings wussten wir auch nicht so richtig, wie wir in Hua Hin ankommen sollten.

Als unser Weiterkommen aussichtslos schien, fragten wir einen Tuktuk-Fahrer, ob er uns nach Hua Hin fahren könnte, denn öffentliche Verkehrsmittel gab es nicht wirklich. Für 700 Baht machte er das zum Glück auch. Scheinbar war das sein bestes Geschäft des Monats. Im Beifahrersitz saß seine Frau, die ab und an schauen musste, ob denn das Licht auch tatsächlich ging bzw. ob das Tuktuk noch alle Teile an sich hatte, da desöfteren ein kleiner Knall zu hören war.

Eine dreiviertel Stunde und eine Flasche Thai-Whiskey später waren wir schließlich in Hua Hin angekommen. Ein bisschen erschrocken waren wir anfangs schon, da hier der Tourismus boomte.

Kleine Türen in Hua HinNachdem Andi längere Zeit mit einem Holländer redete und ich mich über maßgeschneiderte Anzüge für 39 Euro vollquatschen ließ, gingen wir das erste Mal ans Meer, genauer gesagt dem Golf von Thailand. Es war zwar äußerst dunkel, aber dennoch spürte man die salzige und feuchte Meeresluft.

Da wir noch keine Unterkunft hatten, begaben wir uns schleunigst auf die Suche nach einem Schlafplatz. Diesmal war es unser Ziel, etwas total abgefucktes und billiges zu finden. Zumindest wollte ich das, Andi wollte zu seinem Holländer, mit dem er sich vorher bereits unterhalten hatte. Wir einigten uns schließlich auf einen Kompromiss und nahmen ein Guesthouse, das für 300 Baht recht billig, aber dafür auch sehr ansehnlich war. Doof war nur, dass die Türen dort sehr klein waren, sodass wir uns ziemlich oft den Kopf stießen, was weniger erfreulich war.

Wie die meiste Zeit in Thailand hatten wir unheimlich großen Hunger, sodass wir uns auf die Suche nach einem guten Restaurant begaben. Da wir nichts geeignetes fanden und plötzlich vor einer auf Holzrädern aufgebauten Bar standen, beschlossen wir, dort mal kurz ein Bier zu trinken. Leider blieben wir dort dann doch etwas länger hängen und wir ließen das Abendessen weg.

Verwechslungsgefahr Wir starteten also in Hua Hin´s Nachtleben. Nach ein paar Seitenstraßen sahen wir einen Fernseher, der das Länderspiel Deutschland gegen England übertrug. Also setzten wir uns und tranken da ausnahmsweise noch ein oder zwei Bier. Gehört ja schließlich zum Fußball dazu. Während des Spiels wurde Andi zwischendurch noch von einer Frau zum Billard spielen aufgefordert. Wir fragen uns daraufhin, wo wir also wirklich gelandet waren.

Die Antwort erhielten wir kurz nach dem Fußballspiel, als wir vor der Kneipe standen und die Aufschrift des Etablissments sahen: Hard Cock Café!!! Was heißt Cok nochmal übersetzt?

Nachdem uns schließlich noch zwei weitere Frauen angeboten wurden, kauften wir uns an Stelle der Frauen lieber doch ein paar T-Shirts mit dem Aufdruck des getürkten Hard Rock Cafés und gingen zurück ins Guest House.

Floßtour, Elephantcamp & Co.

Einem leckeren Frühstück folgte ein längerer Marsch vorbei an Reisfeldern, einzelnen Hütten und einem Wasserfall, an dem wir eine halbe Stunde spielen durften. Die Gehwege waren teilweise ziemlich extrem, dennoch verzeichnete unsere Gruppe keinerlei Verluste. Zumindest wurde niemand vermisst.

Eine Stärkung in Form von Cola und Wasser gab es schließlich in einem abgelegenen Dorf, von dem uns auch ein Pickup abholte und zum Mittagessen fuhr. Es gab ausnahmsweise mal Nudeln und keinen Reis.

Elephantcamp Nordthailand

Unser nächster Event bestand aus einem so genannten Bamboo-Rafting, wobei fünf Personen auf einem Floß durch einen Fluss (Abwasserkanal) geschippert werden. Auf jedem Floß lenkte uns sowohl ein Thai als auch ein Freiwilliger unserer Gruppe. Der erste Freiwillige unseres Floßes war auch gleich ich. Zwar stand ich selbstbewusst auf den Stämmen, allerdings hatte ich keine Ahnung, wie ich unser Fuhrmittel zu steuern hatte. Deswegen nahmen wir auch das ein oder andere Gebüsch mit.

Nach einer Weile tauschten Andi und ich die Plätze. Er stellte sich auch gleich etwas souveräner an, allerdings hatte er etwas Pech, als sein Steuergerät, nämlich das Bambusrohr, in der Mitte durchbrach. Das Missgeschick machte die Fahrt noch lustiger, allerdings hätte die gesamte Tour etwas kürzer sein können, da wir durch unsere Fahrkünste doch etwas durchgeweicht waren.

Im Anschluss an das Bamboo-Rafting stand Tierquälerei an der Tagesordnung, denn wir gingen in ein Elephantcamp, um uns von Elefanten durch die Gegend tragen zu lassen. Diese bekamen auch regelmäßig einen Schlag auf den Kopf, wenn sie mal kurz was essen oder zwei Sekunden zur Ruhe kommen wollten. Hätten wir vorher gewusst, dass dieses Camp nicht besonders freundlich zu den Dickhäutern ist, dann wären wir wohl nicht geritten. Ein Dank geht hierbei nochmal an Moo und Yong, die mit unserer Kamera circa 50 Bilder schossen.

Die Trekkingtour war nach zwei ereignisreichen Tagen auch schon wieder vorbei und wir fuhren zurück nach Chiang Mai. Eine Zwangspause mussten wir zwischendurch jedoch an einem Krankenhaus machen, da sich Nina, ebenfalls aus Deutschland, einen Holzsplitter unter den Zehnagel gerammt hatte. Mit einem Rollstuhl wurde sie daraufhin zum einem Arzt gefahren, der ihr den Splitter fachmännisch entfernte.

Internationales FußballturnierWir Jungs nutzten die Pause und spielten mit einer Plastikflasche Fußball. Das Duell Deutschland gegen Südkorea endete 5:4 nach Elfmeterschießen. Ein heißes Spiel ohne üble Fouls. Auch die Hooligans Verena, Rebecca, Regis und dessen Freundin blieben äußerst friedlich. Regis und Mr. Bang spielten kurz darauf auch noch mit und wir mussten mal wieder feststellen wie sehr Fußball doch verbindet und wieviel Spaß man doch mit einer Plastikflasche haben kann.

Am Guesthouse angekommen, hüpften wir erst einmal unter die Dusche und gingen zum Abschluss unserer Nordthailand-Tour mit Rebecca, Verena, Luisa und Nina Essen. Leider hatten Andi und ich nicht genügend Zeit aufzuessen, da wir gegen 21 Uhr mit dem Zug gen Bangkok fahren mussten, während sich die anderen scheinbar ordentlich einen hinter die Birne kippten. Wir verabredeten uns schließlich noch mit den vier Mädels für die bevorstehende Full Moon Party auf Ko Phangan.

Das Schöne an Rucksacktouristen ist, dass du nach bestimmten Ereignissen immer wieder bei Null anfängst und du nicht weißt, was dich als nächstes erwartet. Jede neu gewonnen Erfahrung bringt dich um ein Stück weiter.

Start der Trekkingtour

Überraschenderweise waren wir recht bald wach und auch kampfbereit für die anstehende Trekkingtour im Doi Inthanon Nationalpark im Norden Thailands. Um neun Uhr wurden wir für unseren zweitägigen Trip abgeholt.

Die Abfahrtszeit bekamen wir nur beiläufig mit, da Rebecca und Verena am Vorabend zum eigentlichen Vortreffen erschienen waren, im Gegensatz zu Andi und mir. Während dieses Treffens hielten wir beide jedoch ein kleines Erholungsschläfchen und hörten nicht einmal, dass unser Reiseführer massiv unsere Zimmertür bearbeitete, um uns abzuholen.

Ankunft an einem Markt

Der Transport in den Nationalpark erfolgte in einem Toyota Pick-Up mit überdachter und bestuhlter Ladefläche. Als wir aufstiegen waren bereits einige andere Teilnehmer an Board, nämlich zwei Koreanerinnen in der Fahrerkabine und zwei Koreaner mit den Namen Moo und Yong auf der Ladefläche. Sehr lustige Jungs, die in unserem Alter waren. Hinzu kamen wenig später noch zwei Franzosen, mit denen wir uns ebenfalls sehr gut verstanden und die deutschen Mädels Nina und Luisa.

Unser thailändischer Reiseführer gab sich selbst den Namen Rambo. Auf der hinteren Klappe der Ladefläche stand sein Partner Mr. Banks, der sich lediglich am Dach festhalten konnte. Beide gaben unserer Gruppe ordentlich Input über das was uns erwarten würde sowie über sich selbst. Thailänder scheinen sehr gerne Geschichten von sich preiszugeben. Über den Wahrheitsgehalt lässt sich jedoch meistens streiten.

Wasserfall im Don-Inthanon-NationalparkUnseren ersten Halt machten wir an einem abgelegenen Markt, wo Andi und ich uns auch gleich einmal mit jeweils einer Steinschleuder für umgerechnet 50 Cent eindeckten, schließlich mussten wir die kommenden Tage im Dschungel überleben. Hauptsächlich deckten wir uns vorsorglich mit Getränken ein und probierten süße Waffeln mit Speck, welche dann doch nicht ganz so toll waren, wie wir eigentlich erwarteten.

Nach einer weiteren Stunde holpriger Fahrt erreichten wir einen Staudamm, wo wir als Mittagessen Reis aus einer Schale bekamen. Frisch gestärkt gingen wir anschließend einen schmalen Wanderpfad entlang bis wir an einem Wasserfall ankamen, wo auch gleich die Shirts ausgezogen wurden und wir ins kühle Nass sprangen. Rambo und Yong aßen nebenbei kleine lebende Frösche, während die beiden Koreanerinnen am Rand des Wasserfalls auf uns warteten. Wirkliche Trekker waren die beiden dann doch nicht.

Abgebrochen wurde das fröhliche Planschen am Wasserfall dann durch einen plötzlichen Regenschauer. Das war allerdings kein normaler Regen, sondern eine Art Strahl einer Massagedusche in tausendfacher Ausführung. Wirklich sehr krass. An den Seiten der Straßen entstanden innerhalb kürzester Zeit regelrechte Sturzbäche, sodass man dachte, die Welt ginge unter.

Nach einer Weile erreichten wir in über 1.000 Meter Höhe ein altes Bergdorf, dessen Namen mir leider entfallen ist. Hier hatten wir die Möglichkeit uns mit ein wenig Getränken einzudecken, um bei der Hitze nicht zu dehydrieren. Im Dorf selber wurde uns die Lebensweise der Bewohner etwas näher gebracht, was sehr interessant war.

Trekkingtour NordthailandAn einem Haus bekamen wir verschiedene Düfte einzelner Kräuter zu riechen und konnten diese auch essen. Auch ich ließ es mir nicht nehmen, eines der Kräuter zu testen und kaute eine Weile auf einem gepunschten Zahnfärbemittel herum. Doof nur, dass die Zahnfarbe bei mehrfachem Gebrauch nicht weiß, sonder rabenschwarz wird. Danke auch, dass ich darauf im Vorhinein nicht wirklch hingewiesen wurde. War aber auch egal, da Andi und ich uns für den gesamten Trip als Ziel gesetzt haben, mitzunehmen, egal was käme.

Im Anschluss lief unsere Gruppe bei strahlendem Sonnenschein durch den Urwald, wo wir die Schönheit Nordthailands zu spüren bekamen: Reisfelder, kleine Tierchen und bilderbuchmäßige Bäche waren in ausreichender Zahl vorhanden. Knapp zwei Stunden später erreichten wir mitten im Dschungel vier Holzhütten, die sich als unser Nachtlager herausstellten, wovon der Boden eines Häuschen die Übernachtungsmöglichkeit für zwölf Personen darstellte. Von einer luxuriösen Unterkunft konnte man beim Anblick der scheunenähnlichen Holzhütte nicht wirklich sprechen, aber das war uns genau recht, da wir sowieso einen Abenteuerurlaub wollten und keine Pauschal- oder Luxusurlaub.

Neben interessanten Gesprächen mit anderen Gruppenmitgliedern und einigen wohltuenden Singhas marschierten wir durch das anliegende Dorf, wo wir unter anderem mehrere Großfamilien mitsamt deren niedlichen Thai-Kinder, Hunde, angebundenen Schweinen oder auch ein paar Büffel sahen. Da uns jedoch mal wieder ein Regenschauer einen Strich durch die Rechnung machte, mussten wir nach kurzer Zeit wieder zurück in unser Lager flüchten.

Kleiner VerkäuferMehr oder weniger aus Langeweile entstand die Idee, dass wir uns mit den beiden koreanischen Jungs Moo und Yong im Biertrinken probieren könnten. Die Biernation trat somit gegen die Reisfraktion an mit dem Ergebnis, dass Andi und ich knapp gewonnen hatten. Das Ergebnis war aber nebensächlich, da wir die ganze Zeit tierisch viel Spaß zusammen hatten und nebenbei Rambo´s Bananenblätter-Zigarren genossen.

Von Minute zu Minute wurde es witziger und Rambo erzählte der Gruppe viele spannende und höchstwahrscheinlich auch erfundene Geschichten. So teilte er uns mit, wie viele Frauen er schon aus welchen Ländern verführt hatte oder auch, dass er an seinen Weichteilen ein Kopratatoo hat, was mich nicht wirklich interessierte. Übrigens lehrte uns der sympathische Reiseführer auch, dass Deutsche eine Softbanana haben und Thais „small but spicy“ sind. Mit einigen Zaubertricks verzückte uns zudem ein weiterer Thai names „Magic Man“, der nicht nur Wasserschlangen ist oder durch die Nase raucht, sondern auch eine brennende Kerze in seinen Rachen schiebt.

Nach und nach klang schließlich ein wunderschöner Abend aus.

Chiang Mai

Kurz vor der Ankunft mit dem Zug und nach dem Frühstück von Andi und mir mussten die beiden Mädels uns stolze 2.500 Baht für die Verköstigungen während der Fahrt auslegen. Für eine 14-stündige Zugfahrt ist das ein durchaus stolzer Preis gewesen.

Frühstück vor der Trekkingtour

Gegen 9 Uhr stiegen wir schließlich aus dem Zug und wurden auch gleich von einem bereitstehenden Taxi zum Family Tribal Guesthouse in Chiang Mai gefahren. Dort checkten wir ein und teilten die Zimmer in Jungs und Mädels auf, genauso wie früher in der Jugendherberge. Kurz darauf starteten wir einen ersten Trip durch die schöne Stadt Chiang Mai, die nach Bangkok die meisten Einwohner in Thailand hat.

Neben verschiedenen Wats, dem Verkehrschaos und einem Essen für jeweils 120 Baht, unterhielten wir uns noch mit einigen Thailändern auf der Straße. Lustig ist, dass die ohne zögern auf einen zukommen und einem irgendwas erzählen. Das Witzige dabei ist, dass jeder Thailänder eine Schwester oder Cousine hat, die rein zufällig in Deutschland wohnt, was vielleicht nicht ganz wahr ist. Schön ist auch, dass die Thais verschiedene Reiserouten empfehlen, allerdings die kompletten Reiseführer mit unübersichtlichen Routen beschmieren.

Wat in Chiang MaiZiemlich schwer gestaltete sich dagegen das Beschaffen von Bargeld. Zwar gibt es überall viele bunte Geldautomaten, aber nicht jeder zahlt einem Geld aus. Die Krönung unseres Tage war, wie sollte es auch anders sein, unsere erste Fahrt mit einem TukTuk zu viert, obwohl die Minitaxis eigentlich nur für zwei Passagiere ausgerichtet sind.

Die zweite Fahrt an diesem Tag wurde schließlich geschlechterspezifisch getrennt und sollte man diese Tour mit einem Wort beschreiben, dann würde das Wort „pervers“ ganz gut passen. Der Beginn der Fahrt bestand aus einem Hochstarter, anschließend wurde das Gaspedal durchgedrückt und die Autos auf der Straße als Slalomstangen benutzt. Dies zu toppen war wohl unmöglich.

Abends hieß es für das Quartett Essen zu gehen. Statt Reis sollten Burger her, also stillten wir unseren Hunger an einem Imbiss namens „Mike´s“, wo als Information stand, dass man auch mal bis zu zwei Stunden auf sein Essen warten kann. Solange dauerte es dann doch nicht und wir konnten zum Thai-Boxen aufbrechen, allerdings mit Umwegen, da ich unsere Truppe aus Versehen zu ein paar leicht bekleideten Frauen lotste, die wahrscheinlich noch nicht einmal Frauen waren.

Abendprogramm am CocktailbusKurz darauf kamen wir aber doch noch in der Bar an, wo wir uns das Boxspektakel ansahen. Angefangen von einem Kampf von zwei 11-Jährigen, die sich erst die Köpfe einschlugen und später die besten Freunde waren, ging es nach weiteren fünf Kämpfen zum letzten und wichtigsten Kampf über. Ein durchtrainierter kolossartiger Glatzkopf veror hier gegen einen dicken Thailänder, der ziemlich schnelle Moves am Start hatte. Schon sehr krass.

Nach den Kämpfen machten die Mädels leider schlapp und wir Jungs beschlossen, die Nacht zumindest teilweise zum Tag zu machen. Also ging es in den nächsten 7eleven zum Bier kaufen, bevor es kurz danach zum Crepes-Essen ging. Anschließend versackten wir an einer äußerst lustigen Kneipe, die aus einem schwarzen VW-Bus bestand, der in eine Cocktailbar verwandelt worden war. Ein wunderschöner Tag mit ersten unbeschreiblichen Eindrücken von Thailand ging zu Ende.