Hua Hin oder der Ballermann Thailands

Noch ein bisschen angeschlagen vom Vorabend beschlossen wir mal wieder richtig gut frühstücken zu gehen. Gut, dass uns da auch gleich ein McDonalds in Hua Hin über den Weg lief. Wir schlugen uns den Bauch voll, lachten uns darüber kaputt, dass der Mc in Thailand auch liefert und begaben uns schließlich auf direktem Weg zum Strand. Hier erschraken wir zuerst, da der Strand dem Ballermann auf Mallorca sehr ähnlich sah. Dort waren wir bereits im Jahr 2002 und wollten diesen Trip nicht noch einmal wiederholen.

Strandspaziergang in Hua Hin

Das Wetter hätte an diesem Tag nicht besser sein können. Wir chillten zwei Stunden am und im Meer und fanden einen Platz, an dem kaum Touristen waren. Zwischendurch nahmen wir noch eine 15-minütige Massage, bei der wir uns aufs Übelste den Rücken verbrannten. Andi testete wenig später seine Händlerfähigkeiten und handelte einen Stuhl von über 2.000 Baht auf 500 Baht runter. Gekauft hat er ihn aber nicht.

Nach jeder Menge Nichtstun fuhr uns ein Rikscha-Fahrer zum Bahnhof. Auf der Strecke ging es durchgehend bergauf, sodass der etwas ältere und dürre mann sich so sehr abhetzte, dass wir ihn schon vorher erlösen wollten, schließlich schleppte er 160 Kilogramm in seinem Anhänger umher. Er ließ sich aber nicht von seinen Qualen erlösen und schleppte uns tapfer den Berg hinauf.

Unser tapferer Rikscha-FahrerAls wir endlich am Bahnhof ankamen und feststellten, dass kein Zug fährt, machten wir uns mit einem Bus voller junger Thai-Rekruten auf den Weg nach Chumpon. Mit nassen Badehosen saßen wir 4,5 Stunden in einem klimatisierten Omnibus. Diese Fahrt war mit Abstand die ungemütlichste während unserer Tour, da unsere Hosen nur sehr langsam trockneten, die Klimaanlage bitter kalt war und KingKong-Filme auf thailändisch doch etwas nervig sind.

Eigentlich sollte unser Ziel Chumpon sein, aber aus unerklärlichen Gründen wurden wir in einem Vorort rausgeschmissen, wo es keine weiteren Busverbindungen, geschweige denn TukTuks, gab. Deshalb waren wir froh als zwei Thailander uns anboten mit dem Moped zur Farang-Bar nach Chumpon zu fahren. um von dort die Reise fortzusetzen.

In der Farang-Bar angekommen, hatten wir die Auswahl zwischen verschiedenen Booten, welche uns auf die Taucherinsel Ko Tao befördern sollten. Vom Kathamaran bis hin zum Lebensmittelfrachter hatten wir die freie Auswahl. Anstatt den Kathamaran zu nehmen, der uns innerhalb von anderthalb Stunden auf die Schildkröteninsel befördern sollte, entschieden wir uns für eine sechsstündige Fahrt mit dem Lebensmittelkutter, auf dessen größter ebenen Fläche circa 12 Leute in Reih und Glied lagen und versuchten zu schlafen, was nicht gerade leicht war.

Die gesamte Bootstour war sehr amüsant, trotz einem Gefühl von mangelnder Sicherheit auf Grund eines starken Gewitters und dem starken Drang aufs Klo gehen zu müssen, ohne jegliche Toilette in der Nähe.

Phetchaburi und die Fahrt ins Ungewisse

Am Bangkoker Bahnhof angekommen ging es erst einmal zum „Fressen“ in einen thailändischen KFC (Kentucky Fried Chicken). Eine regelrechte Orgie fand dort statt, denn wir ließen es uns nicht nehmen, zwei Monsterportionen zu bestellen.

Bahnhof in PetchaburiMit dickem Bauch und enormer Übelkeit gingen wir wenig später ins naheligende TAT, in dem wir auch schon am ersten Bangkok-Tag zu Gast waren. Eigentlich wollten wir nur kurz eine Nacht auf Ko Phangan für die Full Moon Party buchen, allerdings wurden daraus dann doch ganz schnell drei Nächte, die pro Person und pro Nacht 13 Euro kosteten. Halb so wild, wir ham´s ja und wollten uns wenigstens einmal etwas leisten.

Anschließend machten wir uns in einem 3.-Klasse-Zug auf den Weg in 180 Kilometer entfernte Phetchaburi. Die Fahrt war ziemlich heiß und wir waren die einzigsten Ausländer, allerdings freuten sich die Thais, dass auch „reiche“ Touristen mit normalen Verkehrsmitteln fahren und nicht nur auf Luxus aus waren.

Nach drei Stunden erreichten wir Phetchaburi, einer Stadt mit über 20 Wats. Von Rucksacktouristen war hier nicht die geringste Spur. Ein Tuktuk-Fahrer fuhr uns zu einem der größten Wats mit benachbarter Schule. Die Kinder hatten gerade Pause, stellten sich um uns herum, begutachteten uns und grinsten durchgehend. Ab und zu kam ein Kind und gab uns schüchtern die Hand, sagte kurz „Hello“ und reihte sich blitzschnell wieder in die Gruppe der anderen ein. Ein herzlicheres und schöneres Lachen hätten wir uns gar nicht vorstellen können. Ein Mönch, der ungefähr zwei Drittel so groß wie ich war, führte uns anschließend durch die Anlage, wo wir einen Buddha nach dem anderen sahen.

Mönch und ich vor einer SchuleNach der kurzen Besichtigungstour irrten wir durch die Stadt, um irgendwie einen Weg Richtung Süden zu finden. Der etwas seltsame Mann im Bangkoker TAT hatte uns versichert, dass es sehr schwer werden würde, von Phetchaburi in den Süden zu gelangen. Wir haben diesen Rat jedoch nicht sehr ernst genommen und beschlossen, es ihm zu zeigen. Also liefen wir immer weiter und sahen die ein oder andere Stelle zwei oder dreimal.

Schön war noch, als uns ein Junge beim Überqueren einer Brücke mit seiner Familie zuwinkte. Er folgte uns noch ein paar Seitengassen, allerdings immer mit einem Sicherheitsabstand von 50 Metern. Wir waren also fernab des Mainstreams gelandet, was uns sehr freute, da wir nicht die gleichen Routen wie die anderen Backpacker gehen wollten. Allerdings wussten wir auch nicht so richtig, wie wir in Hua Hin ankommen sollten.

Als unser Weiterkommen aussichtslos schien, fragten wir einen Tuktuk-Fahrer, ob er uns nach Hua Hin fahren könnte, denn öffentliche Verkehrsmittel gab es nicht wirklich. Für 700 Baht machte er das zum Glück auch. Scheinbar war das sein bestes Geschäft des Monats. Im Beifahrersitz saß seine Frau, die ab und an schauen musste, ob denn das Licht auch tatsächlich ging bzw. ob das Tuktuk noch alle Teile an sich hatte, da desöfteren ein kleiner Knall zu hören war.

Eine dreiviertel Stunde und eine Flasche Thai-Whiskey später waren wir schließlich in Hua Hin angekommen. Ein bisschen erschrocken waren wir anfangs schon, da hier der Tourismus boomte.

Kleine Türen in Hua HinNachdem Andi längere Zeit mit einem Holländer redete und ich mich über maßgeschneiderte Anzüge für 39 Euro vollquatschen ließ, gingen wir das erste Mal ans Meer, genauer gesagt dem Golf von Thailand. Es war zwar äußerst dunkel, aber dennoch spürte man die salzige und feuchte Meeresluft.

Da wir noch keine Unterkunft hatten, begaben wir uns schleunigst auf die Suche nach einem Schlafplatz. Diesmal war es unser Ziel, etwas total abgefucktes und billiges zu finden. Zumindest wollte ich das, Andi wollte zu seinem Holländer, mit dem er sich vorher bereits unterhalten hatte. Wir einigten uns schließlich auf einen Kompromiss und nahmen ein Guesthouse, das für 300 Baht recht billig, aber dafür auch sehr ansehnlich war. Doof war nur, dass die Türen dort sehr klein waren, sodass wir uns ziemlich oft den Kopf stießen, was weniger erfreulich war.

Wie die meiste Zeit in Thailand hatten wir unheimlich großen Hunger, sodass wir uns auf die Suche nach einem guten Restaurant begaben. Da wir nichts geeignetes fanden und plötzlich vor einer auf Holzrädern aufgebauten Bar standen, beschlossen wir, dort mal kurz ein Bier zu trinken. Leider blieben wir dort dann doch etwas länger hängen und wir ließen das Abendessen weg.

Verwechslungsgefahr Wir starteten also in Hua Hin´s Nachtleben. Nach ein paar Seitenstraßen sahen wir einen Fernseher, der das Länderspiel Deutschland gegen England übertrug. Also setzten wir uns und tranken da ausnahmsweise noch ein oder zwei Bier. Gehört ja schließlich zum Fußball dazu. Während des Spiels wurde Andi zwischendurch noch von einer Frau zum Billard spielen aufgefordert. Wir fragen uns daraufhin, wo wir also wirklich gelandet waren.

Die Antwort erhielten wir kurz nach dem Fußballspiel, als wir vor der Kneipe standen und die Aufschrift des Etablissments sahen: Hard Cock Café!!! Was heißt Cok nochmal übersetzt?

Nachdem uns schließlich noch zwei weitere Frauen angeboten wurden, kauften wir uns an Stelle der Frauen lieber doch ein paar T-Shirts mit dem Aufdruck des getürkten Hard Rock Cafés und gingen zurück ins Guest House.

Floßtour, Elephantcamp & Co.

Einem leckeren Frühstück folgte ein längerer Marsch vorbei an Reisfeldern, einzelnen Hütten und einem Wasserfall, an dem wir eine halbe Stunde spielen durften. Die Gehwege waren teilweise ziemlich extrem, dennoch verzeichnete unsere Gruppe keinerlei Verluste. Zumindest wurde niemand vermisst.

Eine Stärkung in Form von Cola und Wasser gab es schließlich in einem abgelegenen Dorf, von dem uns auch ein Pickup abholte und zum Mittagessen fuhr. Es gab ausnahmsweise mal Nudeln und keinen Reis.

Elephantcamp Nordthailand

Unser nächster Event bestand aus einem so genannten Bamboo-Rafting, wobei fünf Personen auf einem Floß durch einen Fluss (Abwasserkanal) geschippert werden. Auf jedem Floß lenkte uns sowohl ein Thai als auch ein Freiwilliger unserer Gruppe. Der erste Freiwillige unseres Floßes war auch gleich ich. Zwar stand ich selbstbewusst auf den Stämmen, allerdings hatte ich keine Ahnung, wie ich unser Fuhrmittel zu steuern hatte. Deswegen nahmen wir auch das ein oder andere Gebüsch mit.

Nach einer Weile tauschten Andi und ich die Plätze. Er stellte sich auch gleich etwas souveräner an, allerdings hatte er etwas Pech, als sein Steuergerät, nämlich das Bambusrohr, in der Mitte durchbrach. Das Missgeschick machte die Fahrt noch lustiger, allerdings hätte die gesamte Tour etwas kürzer sein können, da wir durch unsere Fahrkünste doch etwas durchgeweicht waren.

Im Anschluss an das Bamboo-Rafting stand Tierquälerei an der Tagesordnung, denn wir gingen in ein Elephantcamp, um uns von Elefanten durch die Gegend tragen zu lassen. Diese bekamen auch regelmäßig einen Schlag auf den Kopf, wenn sie mal kurz was essen oder zwei Sekunden zur Ruhe kommen wollten. Hätten wir vorher gewusst, dass dieses Camp nicht besonders freundlich zu den Dickhäutern ist, dann wären wir wohl nicht geritten. Ein Dank geht hierbei nochmal an Moo und Yong, die mit unserer Kamera circa 50 Bilder schossen.

Die Trekkingtour war nach zwei ereignisreichen Tagen auch schon wieder vorbei und wir fuhren zurück nach Chiang Mai. Eine Zwangspause mussten wir zwischendurch jedoch an einem Krankenhaus machen, da sich Nina, ebenfalls aus Deutschland, einen Holzsplitter unter den Zehnagel gerammt hatte. Mit einem Rollstuhl wurde sie daraufhin zum einem Arzt gefahren, der ihr den Splitter fachmännisch entfernte.

Internationales FußballturnierWir Jungs nutzten die Pause und spielten mit einer Plastikflasche Fußball. Das Duell Deutschland gegen Südkorea endete 5:4 nach Elfmeterschießen. Ein heißes Spiel ohne üble Fouls. Auch die Hooligans Verena, Rebecca, Regis und dessen Freundin blieben äußerst friedlich. Regis und Mr. Bang spielten kurz darauf auch noch mit und wir mussten mal wieder feststellen wie sehr Fußball doch verbindet und wieviel Spaß man doch mit einer Plastikflasche haben kann.

Am Guesthouse angekommen, hüpften wir erst einmal unter die Dusche und gingen zum Abschluss unserer Nordthailand-Tour mit Rebecca, Verena, Luisa und Nina Essen. Leider hatten Andi und ich nicht genügend Zeit aufzuessen, da wir gegen 21 Uhr mit dem Zug gen Bangkok fahren mussten, während sich die anderen scheinbar ordentlich einen hinter die Birne kippten. Wir verabredeten uns schließlich noch mit den vier Mädels für die bevorstehende Full Moon Party auf Ko Phangan.

Das Schöne an Rucksacktouristen ist, dass du nach bestimmten Ereignissen immer wieder bei Null anfängst und du nicht weißt, was dich als nächstes erwartet. Jede neu gewonnen Erfahrung bringt dich um ein Stück weiter.

Start der Trekkingtour

Überraschenderweise waren wir recht bald wach und auch kampfbereit für die anstehende Trekkingtour im Doi Inthanon Nationalpark im Norden Thailands. Um neun Uhr wurden wir für unseren zweitägigen Trip abgeholt.

Die Abfahrtszeit bekamen wir nur beiläufig mit, da Rebecca und Verena am Vorabend zum eigentlichen Vortreffen erschienen waren, im Gegensatz zu Andi und mir. Während dieses Treffens hielten wir beide jedoch ein kleines Erholungsschläfchen und hörten nicht einmal, dass unser Reiseführer massiv unsere Zimmertür bearbeitete, um uns abzuholen.

Ankunft an einem Markt

Der Transport in den Nationalpark erfolgte in einem Toyota Pick-Up mit überdachter und bestuhlter Ladefläche. Als wir aufstiegen waren bereits einige andere Teilnehmer an Board, nämlich zwei Koreanerinnen in der Fahrerkabine und zwei Koreaner mit den Namen Moo und Yong auf der Ladefläche. Sehr lustige Jungs, die in unserem Alter waren. Hinzu kamen wenig später noch zwei Franzosen, mit denen wir uns ebenfalls sehr gut verstanden und die deutschen Mädels Nina und Luisa.

Unser thailändischer Reiseführer gab sich selbst den Namen Rambo. Auf der hinteren Klappe der Ladefläche stand sein Partner Mr. Banks, der sich lediglich am Dach festhalten konnte. Beide gaben unserer Gruppe ordentlich Input über das was uns erwarten würde sowie über sich selbst. Thailänder scheinen sehr gerne Geschichten von sich preiszugeben. Über den Wahrheitsgehalt lässt sich jedoch meistens streiten.

Wasserfall im Don-Inthanon-NationalparkUnseren ersten Halt machten wir an einem abgelegenen Markt, wo Andi und ich uns auch gleich einmal mit jeweils einer Steinschleuder für umgerechnet 50 Cent eindeckten, schließlich mussten wir die kommenden Tage im Dschungel überleben. Hauptsächlich deckten wir uns vorsorglich mit Getränken ein und probierten süße Waffeln mit Speck, welche dann doch nicht ganz so toll waren, wie wir eigentlich erwarteten.

Nach einer weiteren Stunde holpriger Fahrt erreichten wir einen Staudamm, wo wir als Mittagessen Reis aus einer Schale bekamen. Frisch gestärkt gingen wir anschließend einen schmalen Wanderpfad entlang bis wir an einem Wasserfall ankamen, wo auch gleich die Shirts ausgezogen wurden und wir ins kühle Nass sprangen. Rambo und Yong aßen nebenbei kleine lebende Frösche, während die beiden Koreanerinnen am Rand des Wasserfalls auf uns warteten. Wirkliche Trekker waren die beiden dann doch nicht.

Abgebrochen wurde das fröhliche Planschen am Wasserfall dann durch einen plötzlichen Regenschauer. Das war allerdings kein normaler Regen, sondern eine Art Strahl einer Massagedusche in tausendfacher Ausführung. Wirklich sehr krass. An den Seiten der Straßen entstanden innerhalb kürzester Zeit regelrechte Sturzbäche, sodass man dachte, die Welt ginge unter.

Nach einer Weile erreichten wir in über 1.000 Meter Höhe ein altes Bergdorf, dessen Namen mir leider entfallen ist. Hier hatten wir die Möglichkeit uns mit ein wenig Getränken einzudecken, um bei der Hitze nicht zu dehydrieren. Im Dorf selber wurde uns die Lebensweise der Bewohner etwas näher gebracht, was sehr interessant war.

Trekkingtour NordthailandAn einem Haus bekamen wir verschiedene Düfte einzelner Kräuter zu riechen und konnten diese auch essen. Auch ich ließ es mir nicht nehmen, eines der Kräuter zu testen und kaute eine Weile auf einem gepunschten Zahnfärbemittel herum. Doof nur, dass die Zahnfarbe bei mehrfachem Gebrauch nicht weiß, sonder rabenschwarz wird. Danke auch, dass ich darauf im Vorhinein nicht wirklch hingewiesen wurde. War aber auch egal, da Andi und ich uns für den gesamten Trip als Ziel gesetzt haben, mitzunehmen, egal was käme.

Im Anschluss lief unsere Gruppe bei strahlendem Sonnenschein durch den Urwald, wo wir die Schönheit Nordthailands zu spüren bekamen: Reisfelder, kleine Tierchen und bilderbuchmäßige Bäche waren in ausreichender Zahl vorhanden. Knapp zwei Stunden später erreichten wir mitten im Dschungel vier Holzhütten, die sich als unser Nachtlager herausstellten, wovon der Boden eines Häuschen die Übernachtungsmöglichkeit für zwölf Personen darstellte. Von einer luxuriösen Unterkunft konnte man beim Anblick der scheunenähnlichen Holzhütte nicht wirklich sprechen, aber das war uns genau recht, da wir sowieso einen Abenteuerurlaub wollten und keine Pauschal- oder Luxusurlaub.

Neben interessanten Gesprächen mit anderen Gruppenmitgliedern und einigen wohltuenden Singhas marschierten wir durch das anliegende Dorf, wo wir unter anderem mehrere Großfamilien mitsamt deren niedlichen Thai-Kinder, Hunde, angebundenen Schweinen oder auch ein paar Büffel sahen. Da uns jedoch mal wieder ein Regenschauer einen Strich durch die Rechnung machte, mussten wir nach kurzer Zeit wieder zurück in unser Lager flüchten.

Kleiner VerkäuferMehr oder weniger aus Langeweile entstand die Idee, dass wir uns mit den beiden koreanischen Jungs Moo und Yong im Biertrinken probieren könnten. Die Biernation trat somit gegen die Reisfraktion an mit dem Ergebnis, dass Andi und ich knapp gewonnen hatten. Das Ergebnis war aber nebensächlich, da wir die ganze Zeit tierisch viel Spaß zusammen hatten und nebenbei Rambo´s Bananenblätter-Zigarren genossen.

Von Minute zu Minute wurde es witziger und Rambo erzählte der Gruppe viele spannende und höchstwahrscheinlich auch erfundene Geschichten. So teilte er uns mit, wie viele Frauen er schon aus welchen Ländern verführt hatte oder auch, dass er an seinen Weichteilen ein Kopratatoo hat, was mich nicht wirklich interessierte. Übrigens lehrte uns der sympathische Reiseführer auch, dass Deutsche eine Softbanana haben und Thais „small but spicy“ sind. Mit einigen Zaubertricks verzückte uns zudem ein weiterer Thai names „Magic Man“, der nicht nur Wasserschlangen ist oder durch die Nase raucht, sondern auch eine brennende Kerze in seinen Rachen schiebt.

Nach und nach klang schließlich ein wunderschöner Abend aus.

Chiang Mai

Kurz vor der Ankunft mit dem Zug und nach dem Frühstück von Andi und mir mussten die beiden Mädels uns stolze 2.500 Baht für die Verköstigungen während der Fahrt auslegen. Für eine 14-stündige Zugfahrt ist das ein durchaus stolzer Preis gewesen.

Frühstück vor der Trekkingtour

Gegen 9 Uhr stiegen wir schließlich aus dem Zug und wurden auch gleich von einem bereitstehenden Taxi zum Family Tribal Guesthouse in Chiang Mai gefahren. Dort checkten wir ein und teilten die Zimmer in Jungs und Mädels auf, genauso wie früher in der Jugendherberge. Kurz darauf starteten wir einen ersten Trip durch die schöne Stadt Chiang Mai, die nach Bangkok die meisten Einwohner in Thailand hat.

Neben verschiedenen Wats, dem Verkehrschaos und einem Essen für jeweils 120 Baht, unterhielten wir uns noch mit einigen Thailändern auf der Straße. Lustig ist, dass die ohne zögern auf einen zukommen und einem irgendwas erzählen. Das Witzige dabei ist, dass jeder Thailänder eine Schwester oder Cousine hat, die rein zufällig in Deutschland wohnt, was vielleicht nicht ganz wahr ist. Schön ist auch, dass die Thais verschiedene Reiserouten empfehlen, allerdings die kompletten Reiseführer mit unübersichtlichen Routen beschmieren.

Wat in Chiang MaiZiemlich schwer gestaltete sich dagegen das Beschaffen von Bargeld. Zwar gibt es überall viele bunte Geldautomaten, aber nicht jeder zahlt einem Geld aus. Die Krönung unseres Tage war, wie sollte es auch anders sein, unsere erste Fahrt mit einem TukTuk zu viert, obwohl die Minitaxis eigentlich nur für zwei Passagiere ausgerichtet sind.

Die zweite Fahrt an diesem Tag wurde schließlich geschlechterspezifisch getrennt und sollte man diese Tour mit einem Wort beschreiben, dann würde das Wort „pervers“ ganz gut passen. Der Beginn der Fahrt bestand aus einem Hochstarter, anschließend wurde das Gaspedal durchgedrückt und die Autos auf der Straße als Slalomstangen benutzt. Dies zu toppen war wohl unmöglich.

Abends hieß es für das Quartett Essen zu gehen. Statt Reis sollten Burger her, also stillten wir unseren Hunger an einem Imbiss namens „Mike´s“, wo als Information stand, dass man auch mal bis zu zwei Stunden auf sein Essen warten kann. Solange dauerte es dann doch nicht und wir konnten zum Thai-Boxen aufbrechen, allerdings mit Umwegen, da ich unsere Truppe aus Versehen zu ein paar leicht bekleideten Frauen lotste, die wahrscheinlich noch nicht einmal Frauen waren.

Abendprogramm am CocktailbusKurz darauf kamen wir aber doch noch in der Bar an, wo wir uns das Boxspektakel ansahen. Angefangen von einem Kampf von zwei 11-Jährigen, die sich erst die Köpfe einschlugen und später die besten Freunde waren, ging es nach weiteren fünf Kämpfen zum letzten und wichtigsten Kampf über. Ein durchtrainierter kolossartiger Glatzkopf veror hier gegen einen dicken Thailänder, der ziemlich schnelle Moves am Start hatte. Schon sehr krass.

Nach den Kämpfen machten die Mädels leider schlapp und wir Jungs beschlossen, die Nacht zumindest teilweise zum Tag zu machen. Also ging es in den nächsten 7eleven zum Bier kaufen, bevor es kurz danach zum Crepes-Essen ging. Anschließend versackten wir an einer äußerst lustigen Kneipe, die aus einem schwarzen VW-Bus bestand, der in eine Cocktailbar verwandelt worden war. Ein wunderschöner Tag mit ersten unbeschreiblichen Eindrücken von Thailand ging zu Ende.

Ankunft in Thailand

Um vier Uhr morgens iranische Zeit landeten wir in Teheran. Selbstverständlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, dem Piloten bei der Landung einen gebührenden Applaus zu geben, trotz enormer Müdigkeit.

Start in Teheran

Beim Ausstieg aus dem Flugzeug mussten sämtliche Passagiere weiblichen Geschlechts Kopftücher anlegen. Etwas beunruhigend waren zudem die riesigen Flachbildschirme mit dem Sicherheitshinweis, dass keine Handfeuerwaffen mit ins Handgepäck genommen werden dürfen. Ich war eigentlich immer der Meinung, dass dies selbstverständlich ist, aber gut. Andere Länder, andere Sitten.

Positiv zu bewerten waren dafür die Essens- und Getränkegutscheine, die wir beim Ausstieg von den Stewardessen überreicht bekamen. Außerdem konnte man die Landschaft des Irans vom Flughafen bewundern und kostenlose Internetzugänge waren ebenfalls vor Ort. Vor einer der besagten Internetstationen ergab sich dann auch die Möglichkeit, erste Kontakte mit anderen Deutschen zu knüpfen, genauer gesagt mit zwei Mädels aus Norddeutschland, die zufällig die gleichen Ziele wie wir verfolgten. Wir zogen es in Erwägung die ersten Tage gemeinsam zu reisen, aber das wollten wir endgültig in Bangkok klären.

Andi beim Zähneputzen Um 6.50 Uhr saßen wir dann auch nach problemloser Sicherheitskontrolle in einer zweistöckigen Boing 747, die nur zu 75 Prozent ausgebucht war. Somit nutzten Andi, Stefan und ich jeweils drei bis vier Sitze, schauten uns nach dem Start die endlose Wüstenlandschaft des Iran an und schliefen wenig später endlich ein, sodass ein ruhiger Flug ziemlich schnell endete.

Planmäßig um 17 Uhr thailändischer Zeit landeten wir in Bangkok am Flughafen, dessen Namen ich wohl nie aussprechen werden kann. Sub…….???

Da es schon später Nachmittag war und wir etwas unter Zeitdruck waren, mussten wir schnell handeln und fuhren mit dem Taxi für teure 850 Baht in die Innenstadt zum Hauptbahnhof. Wir waren übrigens zu viert, da sich die beiden Mädels dazu entschlossen hatten, direkt mit uns Richtung Chiang Mai zu reisen.

Unser erster Eindruck von Bangkok war stickige Luft, die uns überfiel, sowie ein absolutes Verkehrschaos. Wirklich erdrückend und stressig, aber irgendwie auch sehr sympathisch. Eine Frau von einem der Touristeninformationen namens TAT schnitt uns bei der Ankunft in Thailand am Hauptbahnhof auch gleich den Weg ab, fragte uns wohin wir gerne gehen möchten und ein paar Minuten später waren wir um je 98 Euro ärmer und hatten Tickets nach Chiang Mai sowie eine 2-tägige Trekkingtour im Doi Inthanon-Nationalpark gebucht.

Da wir kaum Zeit hatten, um den letzten Zug nach Chiang Mai zu erreichen, führte uns ein Angestellter des TAT durch einen Hintergang des Bahnhofs mitten durch eine nicht gerade hygienischen Küche zum Zug, der schon kurz vor der Abfahrt war. Im Zug bekamen wir durch das überaus freundliche Personal auch schnell unsere Plätze zugelotst und die holprige Fahrt konnte beginnen.

Erste Aktion im Zug war Zähneputzen, da wir dies das letzte Mal in Düsseldorf gemacht hatten und dies bereits 24 Stunden her war. Als uns schließlich eine kleine zierliche thailändische Frau über den Weg lief und Bier verkaufte, konnten wir uns nicht mehr halten und bestellten vier Stück, wobei eines den ungewöhnlichen Inhalt von 0,66 Litern hatte. Natürlich waren wir so großzügig und boten unseren beiden Reisepartnern Rebecca und Verena zwei Singha an. Ehrlich gesagt hatten wir zu dieser Zeit noch kein Bargeld umgetauscht, sodass wir zwar die Mädels einluden, sie uns aber das Geld auslegen mussten.

Wir verstanden uns sehr gut mit den beiden Backpackerinnen und merkten schnell, dass sie genauso einen an der Klatsche hatten wie wir. Deshalb folgte auch hier noch das ein oder andere Bier, bevor sich schließlich jeder in seine kleinen, aber bequemen, Schlafkojen zurückzog. Wir hatten schließlich einiges an Schlaf nachzuholen.

Flug nach Bangkok

„Guten Morgen, Andi“, „guten Morgen, Schöbi“. So startete der Tag unseres Ablugs gen Thailand. Bevor es zum Zähneputzen in das beschauliche Badezimmer ging, wurde erst einmal der Fernseher eingeschaltet und zwar auf den Nachrichtensender NTV, wo uns auch gleich folgende Meldung erreichte: „Ein Flugzeug wurde entführt, mit dem Ziel Teheran anzufliegen.“

Mahan Air am Flughafen Frankfurt

Diese Aussage beunruhigte uns ein wenig, da unser Flugzeug ebenfalls in der kommenden Nacht in Iran´s Hauptstadt landen sollte. Ein paar Minuten später erreichte uns dann doch noch eine positivere Meldung, denn das Flugzeug wurde nach Syrien gelotst, das Thema Teheran dadurch gegessen und bei uns machte sich eine enorme Erleichterung breit.Nach dem Frühstück ging es dann in Richtung Hauptbahnhof, wo wir ganze neun Stunden verbrachten. Wirklich sehr spannend. Außer folgenden zwei Dingen ist dort auch nichts weiter erwähnenswertes passiert:

1.) Wir kauften uns im Düsseldorfer Karstadt zwei leckere FrühKölsch, wo wir auch gleich folgende Sprüche an den Kopf geschmissen bekamen: „Sie sind ja auch mutig“, sagte eine ältere Frau beim Kauf der Biere und der Verkäufer drückte uns noch einen rein, indem er sagte: „Ein Wunder, dass wir das überhaupt verkaufen.“ Uns wurde daraufhin klar, dass es die Rivalität zwischen Düsseldorfern und Kölnern tatsächlich gibt.

2.) Über das Internet-Mafia-Netzwerk studivz lernten Andi und ich kurzfristig Stefan aus Konstanz kennen, der den gleichen Flug nach Bangkok wie wir nahm. Er wollte nicht zum Urlaub nach Thailand, sondern für ein ganzes Semester dort jobben. Auch sehr mutig, zumal er vorher noch nie in Asien gewesen war. Da es zugleich sein erster Flug war und man ihm seine Nervosität ziemlich ansah, beschlossen wir, noch ein letztes deutsches Weizen zu trinken, was je 4,40 Euro kostete. Kurz darauf bildeten wir uns zumindest ein, dass seine Nervosität wie weggeblasen zu sein schien.

Im Flugzeug angekommen wuchs unsere Vorfreude auf das Abenteuer Thailand. Noch ein letztes Mal wurden die potenziellen Routen anhand des Reiseführers festgelegt.